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Die madagassische Sprache, das malagasy

Die Landessprache des Inselstaates Madagaskar (auf madagassisch: Madagasikara) ist madagassisch (auf madagassisch: malagasy - gesprochen: "malgasch"), in der deutschen Literatur manchmal auch als "malagassisch", "madegassisch" oder lautmelerisch als "malgasch" umschrieben. Unsere Einführung in das malagasy umfasst die wichtigsten grammatikalischen Regeln und verschiedene Vokabellisten.

Die madagassische Sprache, das malagasy, gehört zur großen Familie der austronesischen Sprachen, die über 1000 verschiedene Sprachen umfasst und deren Verbreitungsraum sich von den Osterinseln im Osten des Pazifischen Ozeans bis in den Westen des Indischen Ozeans nach Madagaskar erstreckt.

Ausgangspunkt für die Ausbreitung dieser Sprachfamilie war eine austronesische Population, die vor etwa 6000 Jahren begann, von der Insel Taiwan aus den Pazifischen und vorderasiatischen Raum zu besiedeln. Im Jahre 3000 vor unserer Zeitrechnung gelangten die Austronesier zu den Philippinen, 2500 nach Timor, 1000 vor Christus dehnten sie ihr Besiedelungsgebiet immer weiter nach Westen aus und gelangten wahrscheinlich im 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung über Borneo und Sumatra an der indischen und afrikanischen Küste entlang bis nach Madagaskar.

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Eine Sprachgruppe mit ca. 200 Sprachen innerhalb der austronischen Sprachfamilie ist die sogenannte indonesische Gruppe, die die westlichen malaiischen und polinesischen Sprachen umfasst, wie sie auf Borneo, den Philippinen, in Indonesien, Thailand oder auch in Malaysia gesprochen werden. Zu den malaiopolynesischen Sprachen gehören die westmalaiopolynesischen Sprachen, die malaiopolynesischen Sprachen der Philippinen und Westindonesiens, die malaiische Sprache und schließlich das malagasy, wie es heute in Madagaskar gesprochen wird.

Die größte Übereinstimmung der madagassischen Sprache findet sich nach Ansicht des norwegischen Forschers Otto Dahl mit der Sprache maanjan, die im Südosten von Borneo gesprochen wird, was eine Menge über die Herkunft der Madagassen aussagt, denn es waren wohl unter anderem indonesische Volksstämme, die Madagaskar vor 1500 Jahren, eventuell als erste, bevölkerten.

Eine Schrift besaßen die Ureinwohner Madagaskar nicht. Alle Überlieferungen waren oraler Natur. Erst arabische Einwanderer, die sich an dem 11. Jahrhundert an der Ostküste niederließen (heutige Volksgruppe der Antaimoro), entwickelten aus dem Arabischen eine eigene Schrift, das –› Sorabe, adoptierten aber das malagasy der Ureinenwohner als Sprache. Diese Schrift wurde schließlich auch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts von den madagassischen Königen verwendet. Die lateinische Schrift, die heute in Madagaskar gebräuchlich ist, wurde von englischen Missionaren am Beginn des 19. Jahrhundert eingeführt.

Aus dem Arabischen wurden insbesondere die Monatsnamen und die Wochentage übernommen, ebenso wie die arabische Astrologie und der Mondkalender.

Aber auch Einflüsse von anderen Sprachfamilien des indischen Ozeans sind im Madagassischen nachweisbar, wie zum Beispiel des indischen Sanskrit oder Prakrit, die insbesondere Worte aus der Sprache des Geschäfsalltages einführten.

Die französische Besatzungsmacht hat das Französisch als Amtssprache und zweite Hauptsprache etabliert, die auch heute noch von ca. 1-2 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird.

zurück nach obenEinführung in die madagassische Sprache (malagasy)

1 Grundlagen
2 Satzbildung
3 Substantive
4 Verben und Zeiten
5 Adjektive
6 Pronomen
7 Präpositionen

8 Zahlen

zurück nach oben1 Kurze Grammatik und Besonderheiten

1.1 Buchstaben und Laute

Das lateinische Alphabet wurde von europäischen Missionaren in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts anlässlich der ersten Bibelübersetzung in das Madagassische eingeführt. Die verwendeten Buchstaben sind: a [a], b [bi], d [di], e [e], f [ef], g [ge], h [aints], y [igra'ka], i [i], j [dzi], k [ka], l [ela], m [ema], n [enA], o [u], p [pe], r [erA], s [esU], t [te], v [ve], z [zedrA].

Die Buchstaben "c, q u, w, x" sind im Madagassischen nicht zu finden. "-a" und "-o" im Auslaut werden kurz und stimmlos ausgesprochen. Außerdem kommen folgende Nasalverbindungen vor: "nk, ng, nt, nd, ntr, ndr, nts, mp, mb, nj [ndz]"; "h" wird stumm gesprochen und dient im schriftlichen madagassisch lediglich zur Bedeutungsdifferenzierung hady (Graben) - ady (Kampf).

1.2 Aussprache

Die Vokale "a, e, i, y" werden wie im Deutschen ausgesprochen, "o" dagegen klingt wie das deutsche "u". Am Ende des Wortes sind Vokale oft stumm z.B. izy [isch] (er,sie), hafa [af] (anders), außer "e": der Vokal "e" wird immer betont ausgesprochenen und nie stumm z.b. "le-hi-be" [lehibé]: der Chef.

Wenn zwei Vokale nacheinander stehen, wird der zweite immer stummer als der erste, "ao" wird wie ein offenes "o" gesprochen, am Anfang oder am Ende des Satzes wie das deutsche "au".

Unbetonte Vokale und Silben werden im Alltag in der Aussprache unterdrückt und können lange Wörter phonetish verkürzen, Beispiel: mitsangatsangana (spazierengehen) wird ausgesprochen wie [mzângzângn].

1.3 Betonung

Die Betonung ist sehr wichtig im Madagassischen. Ein Akzent, der nicht auf seinem gewöhnlichen Platz steht, kann die Bedeutung des Wortes verändern. Im Allgemeinen steht der Wortton auf der vorletzten Silbe, z.B. "maloto" [ma-lù-tu] (schmutzig).

In vielen Fällen ist der Akzent ein Mittel der Bedeutungsdifferenzierung, z.B. Ialàna (Gesetz) und làlana (Straße); misàsa (sich waschen) und misasà (wasch dich!); ary (Betonung auf "y" = dort) und mit Betonung auf "a" àry (also).

Bei Wortendungen auf "-ka, -tra oder -na" steht der Akzent auf der drittletzten Silbe, z.B.: màs-sa-ka (reif), mi-à-na-tra (lernen).

1.4 Wortstämme

Wortstämme sind "Radikale" oder Wortwurzeln, die nicht weiter zerlegt werden können und sowohl in Adjektive, Substantive oder Verben umgeformt werden können. Radikale können selber sowohl Substantiv als auch Adjektiv sein.

Viele madagassische Wörter sind Wortbildungen aus einem oder mehreren Wortstämmen und Suffixen, also nicht einfache Wörter wie lava (lang, groß), sondern Zusammensetzungen und Ableitungen wie ha-làva-na (Länge, Größe), reni-vohitra (Hauptstadt).

1.5 Komposition und Wortbildung

Unter Komposition wird eine Verbindung verstanden, die aus zwei oder mehreren selbständig vorkommenden Wörtern oder Radikalen gebildet ist.

Die Eigennamen, die aus verschieden Stämmen zusammengesetzt werden können, werden in einem Wort geschrieben wie Andrianampoinimerina. Die anderen zusammengesetzten Wörter sollen in einem Wort geschrieben werden, wenn sie eine einheitliche Idee vorstellen oder, wenn sich aus ihrer Einteilung kein überzeugender Sinn ergibt, z.B. atodiakoho (Hühnerei), tranovorona (Sarg), voninkazo (Blume), tanindrazana (Vaterland).

Sie werden in zwei Wörtern geschrieben, wenn das zusammengesetzte Wort keine einheitliche Idee ausdrückt, z.B. tanin-drazana (Heimat) oder wenn es sich um ein abgeleitetes Verb handelt, z.B. mpivaro-kena (Fleischer), fivarotam-panafody (Apotheke). In der Praxis finden sich aber oft verschiedene Schreibweisen, sowohl zusammengesetzt als auch nicht zusammengesetzt.

Die Wortbildungen Wörtern können bestehen aus:

  • zwei Substantiven: maso+andro (Auge+Tag) -> masoandro (Sonne), lalana+vy (Weg+Eisen) -> lalamby (Eisenbahn), trano hazo (Holzhaus), rano+maso (Wasser+Auge = Tränen), mofo dipana (Brot), henabaolina (Fleisch+Ball = Frikadelle)
  • Substantiv + Präposition + Ergänzung: <tany+na+vary> (Erde+mit+Reis) tanimbary (Reisfeld)
  • Substantiv und Adjektiv: sira+mamy (Salz+süß) -> siramamy (Zucker), biby+lava (Tier+lang) bibilava (Schlange), vola+fotsy (Geld+weiß) volafotsy (Silbergeld)

Eine weitere wichtige Funktion übernehmen Präfixe und Suffixe, die den Wortstämmen vorangestellt, an sie angehängt oder in die Wortkompositionen eingefügt werden. Typische Beispiele sind die

  • Imperativformen mit den Endungen -a, -y, -o
  • Zeitformen mit den Präfixen ho- , h- no-, n- oder die
  • Verbbildungen mit a-, m-, an-, ana-, anka-, aha-, i-, iha-, ian-, ampan-, ifan-, ifampi-, tafa- voa-.
  • Substantivbildungen mit f- (fa-, fan-, fanka-, faha-, fi-, fian-, fampa-, fifan-, fifampi-), mp- (mpa-, mpan-, mpaka-, mpaha-, mpi-, mpian-, mpampa-, mpifan-, mpifampi-), ha-.

1.6 Reduplikation

Viele Wortstämme können sich verdoppeln und bilden so sie ein neues Wort: mandeha (gehen) wird zu mandehandeha (hin und hergehen); tsara (gut) ==> tsaratsara (besser); vizana (müde) ==> vizambizana (nicht sehr müde, ein bischen müde).

1.7 Wortverkürzung

Ein weiteres Mittel zur Wortbildung ist die Verkürzung von Wörtern und Begriffen. So wird aus malagasy (madagassisch) -> gasy, Madagasikara (Madagaskar)-> gasikara oder aus andao (lass uns gehen!) -> ndao.

1.8 Verneinungen

"Tsy" benutzt man für die Verneinung von Substantiven, Adjektiven und Verben.

  • Tsy misy! (Es gibt nichts; es ist nichts da!)
  • Tsy boky iny. (Das ist kein Buch.)
  • Tsy madio ny trano. (Das Haus ist nicht sauber.)
  • Tsy raiko iny. (Er ist nicht mein Vater.)
  • Tsy mianatra ny ankizy. (Die Kinder arbeiten nicht)

Tsia heißt "nein".

1.9 Zeitformen

Es gibt drei Zeiformen im Madagassischen: Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft. Die Zeitformen werden mit den Präfixen m-, h- und n- vor Verben und Adjektiven gebildet:

  • Der Präsens wird mit m- gebildet: matory (schlafen); mihinana (essen)
  • die Vergangenheit mit n-/n(o)-/t-: natory (geschlafen haben); nihinana (hat gegessen)
  • das Futur mit h(o): hatory (schlafen werden); hihinana (essen werden)

Das Präsens gilt als Basisform, da es keine Infinitivform im Madagassischen gibt.

Die Verben und Adjektive, die nicht mit "m-" anfangen, haben keine Vergangenheit und nehmen das Wort "ho" als Präfix in der Zukunft: tonga (kommen) in der Gegenwart, tonga (ist gekommen) in der Vergangheit und ho tonga (wird kommen) in der Zukunft.

1.10 Artikel

Der bestimmte Artikel "ny" steht vor einem Substantiv: ny volana sy ny kintana (der Mond und die Sterne) oder vor einem substantivierten Adjektiv ny ratsy (das Schlechte). Zwischen Singular und Plural wird nicht unterschieden. Die Anzahl ergibt sich aus dem Satzzusammenhang ebenso wie das Geschlecht.

Der gewöhnliche und vertraulich gebrauchte Artikel vor Namen ist "i". Aiza i Koto? (Wo ist Koto?); i determiniert auch Verwandtschaftsnamen i neny (meine Mutter), i zandry (mein jüngeres Geschwister).

Die Pluralform "ry" wird bei Familiennamen angewendet getrennt von dem Eigennamen geschrieben ry Rakoto (die Rakotos).

zurück nach oben2 Satzbildung

Die Wortstellung im Aussagesatz folgt im Madagassischen dem VOS-Typ (am Anfang wird das Verb gesetzt, gefolgt vom Objekt und dann vom Subjekt).

2.1 Aussagesatz

Da es keine Hilfsverben wie "haben" oder "sein" gibt, ergeben sich In der Satzbildung einige Regeln zur Wortstellung, die hier an einigen Beispielen dargestellt werden:

  • trano io (Haus dies) Sinngemäss: Das ist ein Haus.
  • zaza marary (Kind krank). Sinngemäss: Das Kind ist krank.
  • Adjektiv: lava i Dada (groß-mein-Vater)
  • Substantiv: Mpanja i Dada (Schneider-mein-Vater)
  • Personalpronomen: izy iny (er-dort)
  • Demonstrativpronomen: iny i Dada (der dort-mein Vater)
  • Adverb: eto izy (da-er) omaly ny fivoriana (gestern-die- Versammlung)
    injany feon-dakolosy (hör mal das Glockengeläut)
  • mena maso Radaoro (rote Augen-Radaoro) hendry anaka Rabe (gehorsam-Kinder-Rabe).

Es gibt auch keinen Genus, d.h. Maskulin und Feminin sind gleich. Im Madagassischen gibt es nur einen Artikel, nämlich "ny".

  • ny latabatra: der Tisch
  • ny varavarana: die Tür
  • ny zaza: das Kind

Das Gleiche gilt für die Anzahl, d.h., gibt es weder den Singular noch den Plural. Die Bedeutung versteht sich durch den Zusammenhang z.B. milalao ny ankizy, im deutschen könnte es sowohl heißen: "Die Kinder spielen" als auch "das Kind spielt".

Im Madagassischen gibt es auch keinen unbestimmten Artikel. Wenn man sagen will "ein krankes Kind", sagt man einfach zaza marary (Kind krank).

Im Hauptsatz ist die Wortstellung: Prädikat - Objekt - Subjekt. z.B. Manoratra taratasy i Soa (Schreiben-Brief-die-Soa = Soa schreibt einen Brief).

Das Wort ''no'' verwendet man zur Betonung einer Aussage z.B. mpampianatra izy (er ist Lehrer/sie ist Lehrerin) wird mit Wortumstellung und Betonung auf den Beruf Lehrer zu: izy no mpampianatra

Der Zweifel wird durch die Worte "asa" und "angamba" angedeutet, das immer am Satzanfang steht. Asa na marary izy na tsia. Angamba marary izy. (Ich weiß nicht ob er krank ist oder nicht. Er ist vielleicht krank.)

Satzverbindung: sy (und) verbindet Satzteile mandroso sy miverina (hin und zurück).

2.2 Fragesatz

Das Füllwort "ve" deutet auf eine Frage hin und entspricht dem deutschen "ist es?" in der Frage. Tsara ve? (Ist das schön?).

Die wichtigsten Fragewörter sind:

  • Firy? (wieviel?). Firy ny zanakao? (Wieviele Kinder hast du?)
  • Ohatrinona? (wird nur für den Preis gebraucht, wieviel?). Ohatrinona ny ovy? (Wie teuer sind die Kartoffeln?)
  • Hafiriana? benutzt man in der Frage nach der Dauer "wie lange". Hafiriana ianao no hijanona aty mijanona? Wie lange wirst du hier bleiben?
  • Manao ahoana? oder auch einfach nur ahoana? entsprechen dem deutschen "wie?" in der Frage nach der Qualität. Abgesehen davon, dass "manao ahoana" auch "guten Tag!" bedeutet. Manao ahoana ny sakafo? (Wie ist das Essen?) Ahoana ny fianarana? (Wie ist das Studium?) Mit Hilfe des Wortes "sa" entspricht "ahoana" dem deutschen Wort "nicht wahr?": Avy any Alemana ianareo, sa ahoana? (Sie kommen aus Deutschland, nicht wahr?)
  • Maninona? (warum?). Normalerweise fängt die Antwort mit satria (weil) an. Maninona ianao no mitomany? (Warum weinst du?) Satria malahelo aho. (Weil ich traurig bin.)
  • Inona? (was?) - manao inona ianao? (Was machst du?) misy inona? (Was ist los?)
  • aiza, ho aiza, avy aiza (wo?, wohin?, woher?) - Aiza i Noro? (Wo ist Noro?) - Ho aiza i Noro?" (Wohin geht Noro?) - Avy aiza i Noro? (Woher kommt Noro?)
  • Iza ist das Fragepronomen für "wer, wen, wem?" An'iza" bedeutet "wessen?" - izy no iza? iza no hitanao? iza no tompon'ity? kilalao an-iza? Wer ist er?
  • impiry (wie oft)
  • "rahoviana" und "oviana" bedeuten beide "Wann?". Nur verwendet man "Oviana" für eine abgeschlossene Handlung. Oviana ianao no tonga? (Wann bist du gekommen?) Rahoviana ianao no handeha? (Wann fährst du weg?)

zurück nach oben3 Substantive

Der Form nach sind die Substantive Wortstämme: soratra (Schrift), abgeleitete Wörter ha-zava (Heiligkeit), faha-zava-na (Licht), zusammengesetzte Wörter renivohitra (Hauptstadt), tranovorona (Sarg), mpakasary (Photograph), mpivaro-kena (Metzger).

Substantive benennen gegenständliche Dinge wie zaza (Kind), trano (Haus), aber auch Namen wie Antananarivo, lkopa oder Kosewörter dada, neny (Kosewörter für Vater, Mutter) oder Titel wie dokotera (Doktor).

Substantive haben im Madagassischen keine Sonderfomen für Einzahl oder Mehrzahl. Die Anzahl ergibt sich aus dem Zusammenhang. Das Geschlecht wird ebenfalls nicht unterschieden. Will man klarmachen, ob es sich um ein weibliches oder männliches Exemplar handelt, kann man -lahy (männlich) oder -vavy (weiblich) an das Substantiv anhängen.

Viele Substantive können durch das Voranstellen eines Präfixes wie m- als Wortstämme direkt in Verben umgeformt werden.

zurück nach oben4 Verben

4.1 Verbbildung

Verben sind in der Regel direkt von Wortstämmen (Substantiven und Adjektiven) abgleitet mit Ausnahme einiger Radiaklverben wie tonga (ankommen), avy (kommen). Die Vorsilben und Verbalmorphene, die zur Bildung der Verben aus Wortstämmen dienen, sind:

  • m- + Wortstamm: (bei vokalischem Anlaut) m-aka (nehmen), m-onina (wohnen)
  • ma- + Wortstamm: (bei konsonantischem Anlaut) ma-hita (sehen), matory (schlafen)
  • man- + Wortstamm: man-ala (wegnehmen), man-ome (geben) + Änderungen: h fällt aus oder wird zu g ( h>g) man-(h)antona (aufhängen); man-hataka > mangataka (bitten) I>d; r>dr; z>j man-lany > mandany (verschwenden); man-rary > mandrary (flechten); man-zaitra > manjaitra (nähen) Die meisten Konsonanten im Anlaut werden getilgt man-toro > manoro (zeigen)
  • mana- (im Sinne von in den Zustand versetzen") + Adjektive: manatsara (verbessern) + Substantive mana-tanjaka (stärken)
  • manka- (im Sinne von "zu etwas machen") + Wortstamm: mit konsonantischem Anlaut manka-hala (hassen, verabscheuen)
  • mi- + Wortstamm: mi-laza (sagen, ankündigen), mi-vidy (einkaufen)
  • mian- + lokative Substantive: mian-tsena (zum Markt gehen), mian-tsinanana (nach Osten gehen), mian-trano (ins Haus treten)
  • mank- (direktiv) + Demonstrativpronomen: mank-eto (hierherkommen), mank-any (gehen nach)

Die Verbalmorpheme, die zur Bildung der kausalen Verben dienen, sind:

  • mamp-, mampa-: mampamboly (pflanzen lassen)
  • mampana-, mampanka- (im Sinne von "veranlassen"): mampanalavitra (entfernen lassen)
  • mampaha-: mampahatezitra (in Zorn versetzen lassen)
  • mampi-: mampividy (kaufen lassen), mampianatra (lehren, unterrichten)
  • mampiha-: mampiharatsy (schlechter machen lassen)
  • mampank-: mampankety (hierher kommen lassen)

Die Verbalmorpheme, die zur Bildung der reziproken Verben dienen sind:

  • mifanka-: mifankatia (sich lieben)
  • mifana-: mifanaratsy (Schlechtes übereinander sagen)
  • mifampi-: mifampitahotra (sich Angst einjagen), mifampianatra (sich gegenseitig unterrichten)

Die madagassischen Verben sind nicht variabel in Geschlecht und Anzahl. Aber sie verändern sich je nach Modus und Zeit. Außerdem wird zwischen aktiven und passiven Verbformen unterschieden.

4.2 Konjugation von Verben

Konjugierte Verben verbleiben in der Grundform, das Personalpronomen wird einfach an das Verb angefügt.

misotro aho ich esse
misotro ianao du isst
misotro izy er, sie isst
misotro isika wir essen
misotor ianareo ihr esst
misotro izy ireo sie essen

 

4.3 Imperativ

Viele Verben und Adjektive bilden die Befehlsform durch eine Akzentsverschiebung nach rechts: sitranà (heile!) ist die Imperativform von sitrana (heilen), tsara (gut), tsarà (bessere dich!).

Einige Imperativformen verlangen Suffixe wie -va -ma -ra -ha, z.B. madio (sauber) madiova (sei sauber!) matanjaka => matanjaha! (sei stark) matahotra => matahora (hab Angst); soa (gut) => soàva (sei so gut); hendry (klug) => hendrè (sei klug!); velona => veloma! (bleib lebendig!) heißt auf madagassisch: auf Wiedersehen!

4.4 Passive Verbformen

Im Passiv ist die handelnde Person Objekt und wird an das Verb im Passiv angehängt: Nantsoinareo ny dokotera. Der Arzt ist von euch (areo) gerufen (nantsoina) worden. Das Verb ist "nantsoina", das Objekt ist "-areo". Wenn wir den Satz ins Aktiv umsetzen wollen, erhalten wir: miantso ny dokotera ianareo. Ihr ruft den Arzt.

Da es keine besondere Regel gibt, müssen die Passivformen gelernt werden.

  • mihinana (essen): hanina (gegessen worden)
  • misotro (trinken): sotoina (getrunken worden)
  • mitady (suchen): tadiavina (gesucht worden)
  • mitondra (bringen): entina (gebracht worden)
  • mandray (nehmen): raisina (genommen worden)
  • mahandro (kochen): andrahoina (gekocht)
  • manasa (waschen): sasana (gewaschen)
  • manasa (einladen): asaina (eingeladen)

4.5 Modalverben und Hilfsverben

Normalerweise stehen alle Modalverben am Anfang des Satzes:

  • mahazo (dürfen): mahazo mandeha any amin'ny sinema aho. (Ich darf ins Kino gehen)
  • afaka (können): afaka miteny mafy kokoa ve ianao? Können Sie lauter sprechen?afaka mandeha izy (er kann gehen), afaka mody ianareo (ihr könnt nach Hause)
  • azo (können) azo ipetrahana eto (man kann sich hier hinsetzen)
  • mahay (können): efa mahay manoratra ny teny Malagasy izy ireo )Sie können schon madagassisch schreiben.)
  • tia (mögen): tia misotro kafe aho. (Ich trinke gerne Kaffee.)tsy tia hena izy (er mag kein Fleisch),
  • te (wollen) wird häufiger in der Umgangsprache benutzt; te-hifoka sigara aho. (Ich möchte eine Zigarette rauchen);
  • tokony (sollen): Tokony hividy boky aho. Ich soll ein Buch kaufen; tokony hianatra ianao (du sollst arbeiten)
  • tsy maintsy (müssen!) tsy maintsy mianatra ianao (Du mußt lernen.) Tsy maintsy mianatra any am-pianarana ny ankizy rehetra (alle Kinder müssen in die Schule)
  • tsy /aza (nicht dürfen): tsy/aza mitalao ianao (du darfst nicht spielen)
  • mikasa, saika/kasa (wollen): mikasa handeha any an-dafy aho (ich will ins Ausland reisen): saika niteny Rakoto (Rakoto wollte etwas sagen)
  • ho (Verb im Präsens Präteritum) ... anie: ho tonga anie i Dada! (wenn mein Vater käme)
  • eo am- heißt "gerade dabei sein, etwas zu tun". Eo am-pihinanana aho. (Ich esse gerade, oder ich bin gerade beim essen). Eo am-piasana izy. (Er ist gerade beim arbeiten).
  • efa (schon) benutzt man wenn eine Handlung schon abgeschlossen ist. Efa niantsena aho. (Ich bin schon einkaufen gegangen). Efa nandeha izy (Er ist bereits abgereist)
  • tsy mbola ist die Verneinung von efa es bedeutet "noch nicht". Efa nianatra ve ianao? (Hast du schon gelernt?) Tsy mbola! (noch nicht!) Tsy mbola tany Antananirivo aho. (Ich bin noch nicht nach Aantananarivo gefahren.)
  • foana (noch) wird benutzt wenn die Handlung noch im Gang ist und noch nicht abgeschlossen ist.
    Mbola matory foana izy. (Er schläft noch.)

zurück nach oben5 Adjektive

5.1 Wortbildung und Verwendung

Der Form nach sind die Adjektive

  • Radikale oder Wortstämme: kely (klein), ratsy (schlecht),
  • von Verben abgeleitete Wörter: mirenty (verzehrt), kahidy (geizig), voloina (haarig),
  • zusammengesetzte Wörter: afa-baraka (entehrt)

Adjektive können gebraucht werden als: Attribut beim Substantiv, trano avo (Haus-hoch, das Haus ist hoch, Hochhaus) oder als selbständiges Satzglied avo ny tranonay (hoch-das-Haus unser, unser Haus ist hoch).

Das beschreibende Adjektiv steht nach dem Substantiv:

  • trano lehibe (ein großes Haus)
  • trano tsara (ein schönes Haus)

aber

  • lehibe ny trano (das Haus ist groß) od. trano lehibe io,
  • tsara ny trano (das Haus ist schön)

Adjektive ähneln den Verbformen und können mit einem vorangestellten man-, ma-, mi- oder m- vor dem Wortstamm gebildet werden: haja (Respekt) mihaja (Respekt haben), tify (Magerkeit) manify (mager), hatsiaka (Kälte) mangatsiaka (kalt).

Auch das Suffix -ana oder -ina dient der Bildung von Adjektiven: volo (Haar) voloina (behaart).

Adjektive können ebenso wie die Verben Zeitformen annehmen: lemy (Weichheit), malemy (weich), nalemy (weich gewesen), halemy (weich sein werden).

5.2 Indefinitadjektive

  • anankiray (ein, ein einziger),
  • daholo / avokoa (alle) tonga avokoa ny olona (Die Leute sind alle gekommen)
  • kely, vitsy, tsy firy, vitsivitsy (ein wenig, wenige, in geringer Zahl),
  • be, betsaka (viel, zahlreich),
  • maro, maromaro (mehrere),
  • sasany, sasantsa, sany (einige, ein Teil),
  • tontolo (alle),
  • avy, isaka (jeder),
  • na ... iza, na ... inona ... na inona (irgendwelche).

5.3 Vergleichsformen

Der Komparativ wird mit "noho" oder mit "kokoa ... noho" gebildet: Hedry ny zanany noho ny rainy / Hendrihendy kokoa ny zananay noho ny rainy. (Der Sohn ist klüger als sein Vater).

Bei Gleichheit wird "tahaka" oder "ohatra" verwendet: Hendry tahaka an-drainy i Koto (Koto ist genauso klug wie sein Vater)

Der Superlativ wird durch Verdopplung des Eigenschaftswortes und dem eingeschlossenen "dia" gebildet: Hendry dia hendy i Koto (Koto ist sehr klug).

5.4 Adverb

Die wichtigsten Zeitadverbien sind:

  • androany (heute, bis jetzt)
  • anio (heute, ab jetzt),
  • aninaraina (heute morgen),
  • anikeheo (heute morgen, vor kurzem),
  • halina (letzte nacht),
  • taloha, fahizay (damals),
  • rahariva (heute abend),
  • vetivety (augenblicklich),
  • matetika (oft)
  • anio (heute )
  • rahampitso (morgen)
  • omaly (gestern)
  • rehefa avy eo - (später, nachher)

Normalerweise steht das Zeitadverb am Ende des Satzes oder hinter dem Subjekt. Handeha any Antananarivo aho anio. (Ich fahre heute nach Antananarivo) Hijanona ato an-trano isika rahampitso. (Wir bleiben morgen zu Hause).

Lokaladverbien:

  • lavitra (weit),
  • hatraiza hatralza (überall)
  • inty (hier ist),
  • atsy (da).

Modaladverbien:

  • ampahibemaso (öffentlich),
  • tsikellkely (nach und nach)

Adverbien als Antwort:

  • eny (ja),
  • tsia (nein)

zurück nach oben6 Pronomen

6.1 Personalpronomen

Nominativ

Akkusativ / Dativ

Ich

Aho, izaho

mich, mir

Ahy

Du

Ianao

dich, dir

Anao

Er, sie, es

Izy

ihn, sie, ihm

Azy

Wir (inkl.),
Wir (exkl.)

Isika,
izahy

Uns inkl.)
Uns exkl.)

Anay,
antsika

Ihr

Ianareo

Euch, ihnen

Anareo

Sie

Izy ireo

Ihnen, sie

Azy ireo

  • izaho (ich) wird am Satzanfang verwendet;
  • izahay (wir), wenn die angessprochene Person ausgeschlossen ist;
  • isika (wir), wenn die angesprochene Person eingeschlossen ist.
  • ianao (du / Sie) wird als Höflichkeitsform gebraucht.

6.2 Bezitzanzeigende Personalpronomen

Die nicht-selbständigen Personalpronomen werden an das zu bezeichnende Wort, das ein Substantiv oder auch ein Adjektiv sein kann, angehängt; z.B. satroko (mein Hut), mamiko (mir angenehm).

Pronomen

Suffix

Regel für Personalpronomen

Mein

-ko, -o

-ko ersetzt na, -o ersetzt Endung -ka oder -tra

Dein

-nao, -ao

-nao ersetzt Endung -na, -ao ersetzt Endung -ka oder -tra

Sein, ihr

-ny

-ny ersetzt Endung -na, -ka oder -tra

Unser

-ntsika, -tsika

-ntsika ersetzt Endung -na, -tsika ersetzt Endung -ka oder -tra

Euer, Ihr

-nareo, -areo

-nareo ersetzt Endung -na, -areo ersetzt Endung -ka oder -tra

ihr (pl. gen.)

n'izy ireo, -tr'izy ireo, -k'izy ireo

-n'izy ireo ersetzt Endung -na; -tr'izy ireo, -k'izy ireo ersetzten Endungen -ka oder -tra

Für Worte die auf "-na" enden wie zum Beispiel anarana (der Name) benutzt man:

  • anarako (mein Name)
  • anaranao (dein Name)
  • anarany (sein/ihr Name)
  • anarantsika, anaranay (unser Name)
  • anaranareo (euer Name)
  • anaran'izy ireo (ihr Name)

Bei Worten die auf "-ka", "-tra" enden, z.B. zavatra (Ding), ersetzt man das "-a", durch:

  • -o: zavatro (mein Ding)
  • -ao: zavatrao (dein Ding)
  • -ny: zavany (sein Ding)
  • -tsika, -ay: zavantsika, zavatray (unser Ding)
  • -areo: zavatrareo (Euer Ding)
  • -izy ireo: zavatrizy ireo (ihr Ding)

6.3 Substantivische Personalpronomen

  • meiner (Subst.): ny ahy
  • deiner (Subst.): ny anao
  • seiner, ihrer (Subst.): ny azy
  • unserer (Subst): ny antsika
  • eurer, ihrer (Subst.): ny anareo
  • Ihrer (Subst.): ny azy ireo

6.4 Demonstrativpronomen

Die meisten Demonstrativpronomen werden wiederholt und umschließen das Zielwort z.B. io zaza io (dieses Kind). Die richtige Verwendung der Demonstrativpronomen geht weit über die im Deutschen üblichen Begriffe wie "dies ... hier" oder "jenes ... dort" hinaus, da im Madagassischen auch die Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit des beschriebenen Objektes, die Distanz zum Sprecher in vier Abstufungen (sehr nah, nah, enfernt und sehr entfernt), die Dimension des Objektes (klein oder ausgedehnt) und die Anzahl der Objekte (eines oder mehrere) mit in die Beteutungsdifferenzierung einbezogen werden.

  • "ity" (dieses hier) wird verwendet, wenn es sich um ein einziges Objekt handelt, das unmittelbar in der Nähe ist, so dass man es anfassen oder darauf zeigen kann. (Pl. ireto, itony)
  • "io ... io": wenn das Objekt nah und sichtbar ist.
  • "iry ... iry": für ein einziges, entferntes und sichtbares Objekt.
  • "ireo ... ireo": für mehrere und sichtbare Objekte in der Nähe.
  • "irery... irery" (diese hier): für mehrere und sichtbare Objekte. die entfernt sind.
  • "iny" hat "ireny" als Pluralform es wird für entfernte und unsichtbare Objekt verwendet.
  • "izany" hat keinen Plural. Es wird für abstrahierte unbeschreibliche Sachen benutzt.
  • "ilay" steht da für entferntes sichtbares oder unsichtbares und einziges Objekt.

 

Sichtbares Objekt

Unsichtbares Objekt

Sing.

Plural

Gn.

Sing.

Plural

Gn.

sehr geringe Entfernung:

  • kleines Objekt
  • ausgedehntes Objekt

 

  • ito
  • ity

 

  • ireto

 

  • itony

 

  • izato
  • izaty

 

-

 

  • izatony

unbestimmte Entfernung:

  • kleines Objekt
  • ausgedehntes Objekt

 

  • io
  • iny

 

  • ireo
  • ireny

 

-

 

  • izao, izay
  • izany

 

-

 

-

Sehr geringe Entfernung

itsy

iretsy

itsony

izatsy

-

izatsony

Geringe Entfernung

itsy

iretsy

-

izatsy

-

-

große Entfernung

iroa

ireroa

-

izaroa

-

-

Sehr große Enfernung

iry

irery

irony

izary

-

izarony

Der Plural wird durch das Infix -re- gebildet.

6.5 Ortspronomen

Die Ortspronomen gehorchen den gleichen Gesetzen wie die Demonstrativpronomen. Eto izy. (Er/Es ist hier.) Teto izy. (Er/Es war hier.)

"dies hier" , "das da"

Sichtbares Objekt

Unsichtbares Objekt

Entfernung null, Objekt nicht ausgedehnt

eto

ato

ausgedehntes Objekt

ety

aty

unbestimmte Entfernung, Objekt nichtausgedehnt

eo

ao

ausgedehnte entferntes Objekt

eny

any

sehr geringe Entfernung

etsy

atsy

geringe Entfernung

etsy

atsy

große Entfernung

eroa

aroa

sehr große Entfernung

ery

ary

 

6.6 Relativpronomen

Das einzige Relativpronomen "izay" kann zur Hervorhebung als Apposition treten. Eto ny vehivavy izay nomeko ny vola (hier ist die Frau, der ich das Geld gegeben habe).

Auf Madagassisch ist "izay" immer Subjekt: moa fantatrao ve izay nahazoany ny volany? (weißt du denn, von wem er sein Geld bekommen hat?)

6.7 Interrogativpronomen und Fragewörter

"Iza" (Wer?) fragt nach Personen: iza no anaranao? (wie heißen Sie?), satrok'iza io? (Wessen Hut ist das?), miantso an'iza ianao? (Wen rufst du?), iza no hanaraka ahy? (Wer wird mir folgen?). Wird nach mehreren Personen oder Dingen gefragt, so tritt "avy" hinter iza: iza avy no tonga teto? (wer ist denn schon angekommen?).

"Inona" fragt nach dem Namen von Dingen: inona no vaovao? (Was gibts Neues?), inona no anaran'io zava-maniry io? (wie heißt diese Pflanze?), inona no hevitrao amin'izany? (was ist dein Gedanke dabei?).

"Firy" (Wieviel?) fragt nach der Anzahl von Objekten oder Personen: firy ianareo? (Wieviel seid Ihr?), omby firy no novidianao= (Wieviele Rinder hast du gekauft?)

"Aiz?" (Wo?): Aiza Rakoto? (Wo ist Rakoto?)

"Oviana?" (Wann?) wird verwendet wenn das Ereignis in der Vergangenheit liegt, "Rahoviana?", wenn das Ereignis noch bevorsteht: tonga oviana izy = (Wann ist er angekommen?) ho tonga rahoviana izy (Wann wird er ankommen?)

6.8 Indefinitpronomen

  • ny iray (der, die, das eine),
  • ny sasany (der, die, das einige),
  • ny hafa (der, die, das andere).
  • maro, betsaka (viele),
  • vitsy, vitsivitsy, tsy firy (wenige).
  • na zovy na zovy (Jemand, wer es auch sei),
  • na inona na Inona (alles, was es auch sei),
  • na firy na firy (so viel es sein möge).

zurück nach oben7 Präpositionen

Präpositionen sind entweder einfache Wörter wie araka (gemäß) oder noho (wegen) oder präsentieren sich in Form von Präfixen, insbesondere bei Ortsangaben wie an-, a- oder i-: an-dafy (von der anderen Seite) a-loha (vor). "ao, any, amin'ny" (in, an, auf, bei) sind die am meisten benutzten Präpositionen.

  • any (in, an, bei) benutzt man für die Ortsangabe: any Madagasikara izy. (Er ist in Madagaskar.)
  • Ao (zu, in, bei) wird auch für die Ortsangabe gerbraucht: ao an-trano izy. (Sie ist zu Hause.)
  • amin'ny (an, um): amin'ny telo mandeha ny masinina. (Der Zug fährt um drei Uhr). Amin'ny asabotsy izy tonga. (Er kommt am Samstag an)
  • anaty/anatin' (in, innerhalb)
  • mandritra (innerhalb )
  • mandraka, ambaraka, hatramy - (bis)
  • amy/amin' (durch, mit, mittels)
  • momba (über, von)
  • araka (nach )
  • noho (infolge, wegen)
  • afa-tsy, ivela, ankoatra (außer, außerhalb)
  • tahaka/toa/ohatra ny (wie (bei Gleichheit)
  • sahala/mitovy amy (ähnlich, wie)
  • amin' (zu, bei)
  • ivela, ivelany (draußen, außerhalb)
  • ambony (oben, über, auf)
  • ambany (unten, drunter)
  • anelanelany (zwischen, mittendrin)
  • antenatenany (zwischen, mitten)
  • aloha (vorne)
  • manoloana (vorne)
  • aoriana (hinten, hinter)
  • akaiky (neben, nah)
  • afovoany (in der Mitte)
  • hatreo amin'ny (bis zu)

zurück nach oben8 Zahlen

Die zusammengesetzten Zahlwörter beginnen wie im Deutschen mit der kleinsten Einheit.

Null - Aotra
Eins - Iray
Zwei - Roa
Drei - Telo
Vier - Efatra
Fünf - Dimy
Sechs - Enina
Sieben - Fito
Acht - Valo
Neun - Sivy
Zehn - Folo
Elf - iraika ambin'ny folo
Zwölf - roa ambin'ny folo
Zwanzig - Roapolo
Dreißig - Telopolo
Vierzig - Efapòlo
fünfzig - Dimampolo
sechzig - Enimpòlo
siebzig - Fitopolo
achtzig - Valopòlo
neunzig - Sivifòlo
hundert - Zato
zweihundert - Roanjato
fünfhundert - Dimanjato
sechshundert - Eninjato
tausend - Arivo
zweitausend - roa arìvo
zehntausend - iray alina
zwanzigtausend - roa alìna
hunderttausend - hetsy
zweihunderttausend - roa hètsy
Million - tapitrisa

8.2 Ordinalzahlen

Ordinalzahlen werden durch das Präfix faha- gebildet: faharoa (der zweite), faharivo (der Tausendste). Erster wird durch voalohany umschrieben, aber man sagt fahairaika amby ny folo (elfte).

zurück nach obenVokabellisten zu verschiedenen Themen

Begrüßung, Abschied, Floskeln

  • Aza fady • Entschuldigung!, Bitte!
  • Hodiee! • Ruf, um sich vor der Türe anzumelden
  • Inona no vaovao? • Was gibt es Neues? [Begrüßungsformel, die meist "tsy misy!" (Nichts!) zur Antwort hat;]
  • Manao ahaona tompoko! • Guten Tag mein Herr, meine Dame! [Begrüßungsformel im Hochland; Kurform "Manahoana" (sprich "manahohn")]
  • Manao ahoana ny fahasalamana? • Wie geht's? [Tsara fa misaotra! = Danke, gut!]
  • Salama! • Guten Tag! [Begrüßungsformel in den Küstenregionen]
  • Soava dia! • gute Reise! [Wunsch beim Abschied]
  • Tonga soa! • Willkommen!
  • Tsara mandry! • Gute Nacht! Schlaf gut!
  • Veloma mifoha! • Gute Nacht!
  • Veloma! • Auf Wiedersehen! [wörtlich: bleib lebendig!]

Fragewörter

  • ahoana? • wie?
  • aiza? • Wo?
  • amin'iza? • welcher?
  • an'iza? • wessen?
  • avy aiza? • woher? [Avy aiza i Peter? = Wo kommt Peter her?]
  • firy? • wieviel?
  • hafiriana? • wielange? [hafiriana ianao no hijanona aty?]
  • ho aiza? • wohin? [Ho aiza i Olga? = Wo geht Olga hin?]
  • Inona izao? • Was ist das?
  • Inona? • was? [Manao inona ianao? = Was machst Du?; Misy inona? = Was ist los?; Inona ity? = Was ist das hier?
  • Inona no vaovao? = Was gibt's Neues?] inona? • welcher? [Welche möchtest du? = Inona no tianao?] iza? • wem? iza? • wen? iza? • wer? Manao ahoana?, Ahoana? • Wie? [Manao ahoana ny sakafo? = Wie schmeckt das Essen?]
  • Maninona? • warum? [Maninona ianao no mitomany? = Warum weinst du?]
  • mankaiza? • wohin?
  • Ohatrinona? • wieviel? [Wieviel kostet das? - Ohatrinona?]
  • oviana? rahoviana? • Wann? [Oviana? (Vergangenheit)]
  • rahoviana? • Wann? [rahoviana? (Zukunft)]

Ausrufe und ander starke Wörter

  • alika masiaka • Achtung bissiger Hund
  • andao! • auf geht’s! [verkürzt auch "ndao!"]
  • Andraso kely! • Einen Moment!
  • andray! • ach je!
  • Avelao io! • Lass das!
  • Avia aty! • Komm her!
  • aza fady! • Entschuldigung!
  • Dray! • Aua!
  • ekena! • einverstanden
  • endre • Ach ("Seufzer")
  • Esory ny tanana! • Finger weg!
  • hoika, hoiky! • Uff!
  • Indrisy! • Bedaure! Es tut mir leid!
  • Manafintohina! • Arschloch!
  • Mandroso! • Komm herein!
  • mangataka! • gib mir etwas; Standardsatz der Bettler
  • Mangina! • Ruhe bitte!
  • mazotoa homana! • guten Appetit! [Mazotòa homana = iss eifrig!]
  • Misaotra! • Danke!
  • Ndeha mandeha any! • Hau ab!
  • raha tianao • Wie Sie wollen!
  • Tandremo! • Achtung!
  • Tay!; Ity vao tay! • Scheiße!
  • tsy maninona! • Macht nichts!
  • tsy misy! • es gibt nichts ["tsy misy" kann vielfältig verwendet werden: ich habe nichts (zu verschenken), es gibt nichts (Neues), es gibt kein(e) mehr]
  • Velona! • Gesundheit! [Beim Niesen sagt man Velona! Oder Afa-droy!]

Zahlen

  • null: aotra
  • eins: iray
  • zwei: roa • Ich möchte zwei davon! = Mila roa! drei: telo
  • vier: efatra • der vierte = fahefatra
  • fünf: dimy
  • sechs: enina
  • sieben: fito
  • acht: valo
  • neun: sivy
  • zehn: folo
  • elf: iraika ambin'ny folo
  • zwölf: roa ambin'ny folo
  • achtzehn: valo ambin'ny folo
  • zwanzig: roapolo
  • dreißig: telopolo
  • Vierzig: Efapòlo
  • fünfzig: dimam-polo
  • sechzig: Enimpòlo
  • siebzig: Fitopolo
  • achtzig: Valopòlo
  • neunzig: Sivifòlo
  • hundert: zato
  • zweihundert: Roanjato
  • fünfhundert: dimanjato
  • sechshundert: Eninjato
  • tausend: arivo • Antananarivo = Stadt der tausend
  • zweitausend: roa arìvo
  • zehntausend: iray alina
  • zwanzigtausend: roa alìna
  • hunderttausend: hetsy
  • zweihunderttausend: roa hètsy
  • Million : tapitrisa
  • Milliarde: arivo tapitris

Sprichwörter

Mamy ny aina - Das Leben ist schön.

Mahery tsy maody tsymba ela velona. - Wer nur stark ist ohne vorsichtig zu sein, den erwartet kein langes Leben.

Ny fihavanana tsy azo vidina. - Freundschaft kann man nicht kaufen.

Ny teny malemy mahamora harena. - Sanfte und gut gewählte Worte ebnen den Weg zum Reichtum.

Sambasamba Andriamanitra Andriananahry - Alter Spruch zum Neujahrstag: Auf das das neue Jahr uns noch tausend mal begegnen möge!

Afo akaiky azo amindroana. - Wo ein Feuer in der Nähe ist, kann man sich gut aufwärmen.

Aleo ratsy tarehy ka tsara fanahy, toy izay tsara tarehy ka ratsy fanahy. - Besser hässlich und gutmütig, als schön und bösartig.

Ny vava soa sakafo - Eine gut gehaltene Rede kann sogar den Hunger besiegen!

 

 

 

Weiterführende Informationen auf anderen Webseiten: malagasy (Wikipedia)

Quicklinks: Aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes - Madagassische Botschaft in Berlin
Beliebteste Seiten bei madainfo.de: Lemuren - Landschaften von Madagaskar - Naturparks in Madagaskar - Tourismus - Madainfo-Shop
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