Masoala Nationalpark im Osten von MadagaskarBootshafen am Pangalanes Kanal im Osten von MadagaskrDorf an der Küste im Osten von MadagaskarMasoala Nationalpark MadagaskarEisenbahnbrücke am Pangalanes-Kanal im Osten von Madagaskar
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Der Osten Madagaskars und die Insel Ste. Marie

Der Osten Madagaskars zeichnet sich durch ein tropisch feuchtes Klima aus. Die Küste nördlich der großen Hafenstadt Tamatave (Toamasina) wird als die Riviera Madagaskars bezeichnet, südlich von Tamatave zieht sich der einzigartige Pangalanes-Kanal an der Küste entlang. Die ehemalige Pirateninsel Ste. Marie vor der Ostküste ist der ideale Ort für eine ruhige Erholung unter tropischer Sonne.

Tamatave Hafenstadt im Osten von MadagaskarDer regenreiche Osten mit der großen Hafenstadt Tamatave (madagassischer Name: Toamasina) und die Insel Ste. Marie (madagassischer Name: nosy boraha), die dem madagassischen Festland nördlich von Tamatave vorgelagert ist, sind seit dem 16. Jahrhundert Anlaufpunkt für Seefahrer aus der westlichen Welt auf ihrer Route nach Indien, bevor der Suez-Kanal die Umrundung Afrikas überflüssig machte. Bereits im 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Handelskontore unterschiedlicher Nationalitäten an der Ostüste gegründet, die den Anbau von Nelken, Pfeffer, Kaffee und Früchten vorantrieben.


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Auch heute noch sind diese beiden Zentren im Osten Madagaskars Ausgangspunkt für Ausflüge, sei es in den südlichen Abschnitt mit dem Pangalanes-Kanal, oder entlang der Ostküste nördlich von Toamasina. Leider bietet dieser Küstenabschnitt keine nennenswerten Attraktionen, was große Nationalparks betrifft.

Insel Ste. Marie östlich von MadagaskarTamatave ist die größte Stadt des Ostteils der Roten Insel und Provinzhauptstadt mit 170.000 Einwohnern. Weitere größere Orte an der Ostküste sind Fenerive 80 km nördlich von Tamatave, gut über Straße erreichbar, Maroantsetra im Norden der Provinz in der Bucht von Antongil, Ausgangspunkt für Expeditionen in den berühmten Nationalpark von Masoala. Auf der Insel Ste. Marie (Nosy Boraha) leben 16.000 Einwohner. Tamatave ist mit der Hauptstadt Antananarivo über eine gut ausgebaute Bergstraße verbunden (Fahrzeit ca. 6 Stunden).

MahavelonaDer flache Küstenstreifen, der der steil aufsteigenden östlichen Bergkette vorgelagert ist, ist mit etwa 20 km recht schmal. Südlich von Tamatave beginnt der Pangalanes-Kanal, der sich in unmittelbarer Nähe der Küste über 660 km entlangzieht und teils künstlichen, teils natürlichen Ursprungs ist. Der Pangalanes ist ein Süßwasserkanal, der durch das Verbinden von küstennahen Seen entstanden ist und wird gepeist von zahllosen Zuflüssen aus der östlichen Bergkette. Teilweise liegt nur eine schmal Sandbank zwischen dem Pangalanes Kanal und dem Indischen Ozean. Am Pangalanes liegen die größeren Ortschaften Mahanora, Nosy Varika, Mananjary, Manakara und Farafangana.

Brücke nach SturmDer Tourismus an der Ostküste leidet unter den jährlich meist im Februar oder März wiederkehrenden tropischen Wirbelstürmen, den Zyklonen, die vom Indischen Ozean aus nordöstlicher Richtung herkommen und oft ganze Landstriche verwüsten. Der letzte Zyklon namens Hubert verwüstete im März 2010 die Ostküste Madagaskar und forderte 38 Todesopfer. 85.000 Menschen wurden obdachlos, 19.500 ha Reisfelder wurden überschwemmt. Aber auch die starken Regenfälle, die ebenfalls meist im madagassischen Winter auftreten, führen regelmäßig zu Überschwemmungen und können Brücken unpassierbar machen. Beste Reisezeit für Reisen an die Ostküste sind daher die Monate April bis Oktober.

Eisenbahnbruecke am Pangalanes-KanalDie legendäre Schmalspureisenbahnlinie von Antananarivo nach Tamatave verläuft auf den letzten 120 km parallel zur Ostküste auf dem Landstreifen zwischen dem Pangalanes-Kanal und dem Indischen Ozen. Aber leider sind auch die Brücken dieser Eisenbahnstrecke seit Jahren unpassierbar, sollen aber seit der Privatisierung der Bahn im Jahre 2004 wieder instand gesetzt werden.

 

 

nach obenKlima und Landwirtschaft im Osten

behelsbrücke bei tamataveDas Klima im Osten Madagaskars ist fast das ganze Jahr über tropisch heiß und feucht mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. In Tamatave zum Beispiel regnet es 248 Tage im Jahr (3420 mm Jahresniederschlag) mit einer Spitze im März (513 mm) und einem Tiefpunkt im Oktober (89 mm). Die Küste unterliegt das ganze Jahr über den Einflüssen der Südostwinde und liegt im direkten Einfallsgebiet der immer wiederkehrenden Zyklone, die von Zeit zu Zeit ganze Landstriche verwüsten. Im Jahr 1927 tobte ein Sturm, der die Hafenstadt Tamatave quasi vollständig zerstörte.

Die Regionen des östlichen Küstenstreifens weisen Jahresdurchschnittstemperaturen von rund 24°C auf bei jährlichen Niederschlagsmengen von 3500 mm pro Jahr (vergleichbare Jahreswerte in Deutschland liegen bei weniger als 10°C und unter 900 mm Niederschlag pro Jahr). Die beste Reisezeit für einen Besuch des Ostens Madagaskars liegt zwischen April und Oktober.

Obststand im Osten von MadagaskarDer fruchtbare östliche Küstenstreifen von nur 10 bis 20 Kilometern Breite ist mit flachen Hügeln von bis zu 50 m Höhe durchsetzt und weist eine hohe Bevölkerungsdichte (50 Pers/km²) und eine intensive landwirtschaftliche Aktivität auf. Die ursprüngliche Vegetation besteht aus immergrünem Regenwald mit teilweise sumpfigen Niederungen und Lagunen auf Ferralit- und Sandböden. Die Fruchtbarkeit des östlichen Küstenstreifens ist legendär. Es reicht, ein Stück Holz in den Boden zu stecken, wie man es häufig am Beispiel von Lattenzäunen oder auch Pflanzungen beobachten kann, damit es innerhalb weniger Tage austreibt.

Nelken zum TrocknenLandwirtschaftlich von Bedeutung sind Nelkenpflanzungen (52.540 ha), die rund 3.000 Tonnen Jährlich produzieren. Ein Schwerpunkt des Nelkenanbaus befindet sich in der Region von Mananara-Nord. Dort allein stehen rund ein Drittel aller madagassischen Nelkenpflanzungen. Kaffee nimmt ebenfalls mit 20.000 ha einen wichtigen Platz ein, angebaut wird er meist von kleinen Familienbetrieben. Aber auch Pfeffer, Vanille, Kaffee und Kakao finden sich an der Ostküste.

nach obenLandschaften und Orte im Osten von Madagaskar

Der Osten der Insel Madagaskar unterteilt sich in den nördlichen Küstenabschnitt (von Tamatave in Richtung Norden bis zur Halbinsel Masoala mit der vorgelagerten Insel Sainte Marie (nosy boraha) und in den südlichen Küstenabschnitt südlich von Tamatave, mit dem Pangalanes-Kanal bis Farafangana). Die Vanille-Küste im äußersten Nordosten Madagaskars gehört verkehrs- und verwaltungstechnisch bereits zum Norden von Madagaskar.

Tamatave (Toamasina)

Tamatave StrandpromenadeTamatave (madagassischer Name: Toamasina) ist der bedeutendste Hafen Madagaskars und durch eine gut ausgebaute Straße mit der Hauptstadt Antananarivo verbunden, die meistbefahrene Verkehrsachse Madagaskars. Die Fahrzeit für die 350 km lange, bergige Strecke beträgt 6 bis 8 Stunden und führt über den sehr sehenswerten Nationalpark von Andasibe und die kleine Ortschaft Brickaville, möglicher Ausgangspunkt für Ausflüge zum Pangalanes-Kanal. Eine historische Eisenbahnverbindung von Antananarivo nach Tamatave wird heute nicht mehr unterhalten, auch wenn Teile des alten Schmalspur-Streckennetzes immer noch für den Warentransport benutzt werden. Tägliche Flüge verbinden ebenfalls Tamatave und die Insel Ste. Marie mit der Hauptstadt Antananarivo.

Tamatave RikschaDer Name der Hafenstadt Toamasina (alt-französisch: Tamatave) stammt wahrscheinlich von portugiesischen Seefahrern, die den Ort im 16. Jahrhundert nach dem heiligen Thomas benannten. Später entstanden französische Handelskontore in Tamatave. 1811 wurde der Hafen kurzzeitig von englischen Truppen besetzt, musste aber 5 Jahre später wieder an die Franzosen und kurze Zeit später an die Madagassen zurückgegeben werden. Die Spuren der französischen Kolonialzeit, die schließlich von 1895 bis 1960 dauerte, sind in Tamatave noch immer sehr lebendig. Breite Alleen mit Palmen, Häuser mit Säulenvorbauten und Veranden und bunte Pousse-pousse (Fahrradrikschas) auf den Straßen prägen das Stadtbild. Der Strand von Tamatave ist zum Baden leider nicht geeignet. Wasserverschmutzung durch den benachbarten Hafen und Haifische trüben das Badevergnügen erheblich.

Tamatave Toamasina Blick auf HafenDie Hafenstadt Toamasina ist kosmopolitisch geprägt. Zwei große Märkte, der bazary be und der bazary kely versorgen die Bewohner der Stadt. Für Besucher besonders interessant ist der bazary be im Zentrum der Altstadt, auf dem Gewürze der Region (Vanille, die hier extrem günstig ist, Nelken und Zimt) und Kunstgewerbeartikel verkauft werden. Tamatave bietet eine Vielzahl von Hotels und Restaurants in allen Preisklassen. Luxus in einem Rokokko Ambiente findet man im Hote Le Neptune am Boulevard Ratsimilaho oder im altehrwürdigen Hotel Le Joffre, 160 Boulevard Joffre mit seinem ausgezeichneten französischen Restaurant. Ein beliebtes, neu renoviertes Hotel (mit Swimming-Pool und italienischem Restaurant) für Geschäftsreisende ist das Sharon-Hotel am Boulevard de la Libération (Tel: 20 5330420). Direkt um Ecke findet man französische Küche - insbesondere für Liebhaber von Meersfrüchten - im Restaurant Le Bateau Ivre (mit Swimming-Pool) am nördlichen Abschnitt der Strandpromenade. Gut und preiswert isst man in den vielen chinesischen Restaurants wie le Pacifique, le Fotuna, le Jade, le Paradis du peuple, le Venus oder la Rose de Chine.

Vegetation im Osten von MadagaskarVon Tamatave aus im Rahmen einen Tagesausfluges, auch mit einem Taxi gut zu erreichen ist der kleine Naturpark von Ivoloina, etwa 11 km nördlich ist von Tamatave am Fluss Ivoloina. Die zooähnliche Anlage existiert bereits seit 1898 und war zunächst eine Art Experimentalgarten. Heute leben viele, teilweise aus anderen Gegenden Madagaskars hier angesiedelte, tag- und nachtaktive Lemurenarten und Vögel in dem Park.

Weitere Reiseziele, die von Tamatave aus zu erreichen sind, sind der nördliche Küstenabschnitt mit seinen zahlreichen Hotels, die Insel Ste. Marie (Fährüberfahrten von Soanierana-Ivongo ca. 150 km nördlich von Toamasina) vor der Ostküste und der Pangalanes-Kanal im Süden.

Von Tamatave Richtung Norden (die Riviera Madagaskars)

Die goße Hafenstadt Tamatave selbst besitzt keinen Badestrand. Aber schon wenige Kilometer in Richtung Norden beginnt eine abwechsungsreiche tropische Traumküste, gesäumt von Korallenriffen, kleinen Buchten mit Sandstränden in einer üppigen Vegetation. Die heute gut ausgebaute Nationalstraße No. 5 führt parallel zur Küste in Richtung Norden bis zur Bootsanlegestelle von Soanierana-Ivongo, von wo aus man mit Fähren zur Insel Nosy Boraha (Sainte Marie) oder auch weiter nach Norden nach Mananara gelangen kann.

Manda von MahavelonaFoulpointe (madagassischer Name: Mahavelona) ist ein kleiner Küstenort 60 km nördlich von Tamatave. Hier entstanden ab 1810 unter englischer Flagge Zuckerrohrplantagen und Rumbrennereien nebst einem Freihandelshafen, der von einer mächtigen Festung (madagassisch: manda) bewacht wurde, die Radama I 1822 erbauen ließ und die man heute noch in Foulpointe besichtigen kann. Die Festung hat einen Durchmesser von 70 m und ist kreisrund. Ihre Mauern sind 6 bis 7 m dick und bestehen neben Steinen aus zerstoßnenen Korallen und Eiweiß, die als Mörtel verwendet wurden. Das Manda konnte eine ganze Garnison von 25.000 Soldaten beherbergen.

MahavelonaDer Name Foulpointe stammt noch aus den Zeiten der englischen Seefahrer und beschrieb den Ort, wo die Handelsschiffe mit frischem Proviant beladen wurden (englisch: "full point"), heute nennt sich der Ort Mahavelona, was soviel bedeutet wie "der Leben spendende Ort". Nach einer Sage wurde ein Toter wieder lebendig, als man ihn im Bach, der den Ort durchquert, badete.

Mahavelona (Foulpointe) Manda BeachMehrere Hotels und Restaurants befinden sich in Mahavelona (Foulpointe), sowohl im Strandbereich, als auch an der Nationalstraße, die als Hauptstraße durch den Ort führt. Der Ort hat sich in den letzten Jahren zu einem beliebten und preiswerten Tourismus-Zentrum entwickelt, das vor allem von madagassischen Gästen aus der Hauptstadt gerne besucht wird. Die Hotelanlage –› Manda Beach (Tel: 00261 5722000) liegt am schönsten Abschnitt des Strandes von Mahavelona in einer vor Haifischen durch ein Riff geschützten riesigen Bucht, hat ein schönen kleinen Swimmingpool und ist trotz der langweiligen Küche das beste Hotel der Gegend, vor allem wegen seines ausgezeichneten Preis-/Leistungsverhältnisses. Eine weitere, sehr günstige Übernachtungsmöglichkeit in sehr einfachen Bungalows mit einem guten chinesischen Restaurant bietet das Hotel Au gentil pecheur 200 m nördlich von Manda Beach gelegen.

Im August 2009 brannte der Ort Foulpointe infolge eines explodierten Camping-Kochers fast vollständig nieder. Das Hotel Crystal mit 25 Bungalows und mehrere hundert Wohnhäuser wurden dem Erdboden gleichgemacht. Da der Ort über keine eigene Feuerwehr verfügt, musste die Feuerwehr aus der Stadt Toamasina anrücken. Die anderen strandnahen Hotels blieben von dem Feuer unbeeinträchtigt.

Recif Hotel in MahamboEtwa 20 km nördlich von Mahavelona 15 km vor Fenerive Est liegt die Ortschaft Mahambo, ebenfalls mit einem schönen Strand in einer geschützten Bucht etwas abseits der Hauptstraße. Hier findet man mehrere Hotels mit Bungalows, von denen besonders La Pirogue zu erwähnen ist, nicht zuletzt wegen seiner guten Küche und den sehr schön gestalteten Bungalows. Leider entsprechen die sehr hohen Preise nicht gänzlich der Qualität, aber es gibt günstige Alternativen in unmittelbarer Nähe.

Fenerive16 km nördlich von Mahambo gelangt man nach Fenerive Est (Fenoarivo Atsinanana), einem ehemaligen Seeräuberhafen. Der Ort bietet keine besonderen Attraktionen. Die Strandhotels liegen etwas außerhalb des Ortes, z.B. südlich von Fenerive Est die preisgünstige Bungalowanlage des Hotels Le Recif.

Soanierana IvongoÜber Fenerive hinaus führt die Küstenstraße nach Norden weiter in Richtung Soanierana-Ivongo, von wo aus man täglich mit Booten zur vorgelagerten Insel Sainte Marie übersetzen kann, eine nicht ungefährliche Überfahrt, wenn man sie auf kleinen Fischerbooten oder Barken durchführt. Hier endet die Ausbaustrecke der Straße nach Norden. Wer von hier aus weiter in Richtung Norden fahren möchte, muss auf ein langwieriges Abenteuer vorbereitet sein. Die Straßen bestehen meist nur aus Sandpisten, Flussüberquerungen werden auf Barken durchgeführt.

Landschaft im Osten von MadagaskarDie einzige Möglichkeit, von Soanierana aus die weiter nördlich gelegene Küstenstadt Mananara mit dem Auto zu erreichen, besteht wegen der schlechten Straßenverhältnisse in einer Bootsüberfahrt mit einer Fähre entlang der Küste (ca. 8 Stunden von Soanierana-Ivongo). Mananara besitzt auch einen eigenen kleinen Flughafen. Wenige Hotels wie das Hotel Aye-Aye stehen den Besuchern zur Verfügung. In der Nähe der Ortschaft Mananara befindet ein Biosphären-Projekt der UNESCO im Nationalpark von Mananara. Ausflüge in den Park organisiert "Chez Grandin" in Antanamabe.

 

 

Die Bucht von Antongil und der Nationalpark Masoala


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Maroantsetra im Osten von Madagaskar80 km nördlich von Mananara liegt Maroantsetra, eine kleine Provinzstadt in der Bucht von Antongil mit 16000 Einwohnern. Maroantsetra ist auf dem Landwege von Mananara aus wegen fehlender Brücken in Folge von Zyklonen nur sehr schwer zu erreichen. Der Ort wird von mehreren Wasseradern durchzogen, was einige Ortsteile wegen fehlender Brücken zu Inseln macht. Maroantsetra hat einen eigenen Flughafen, der den Ort mehrmals wöchentlich mit der Hauptstadt Antananarivo verbindet und ist der ideale Ausganspunkt für Expeditionen in den berühmten Nationalpark von Masoala auf der Halbinsel von Masoala, die die Bucht von Antongil umschließt. Der Ort verfügt über mehrere Hotels und Restaurants. Die einzige Bankfiliale ist die BOA (Banque of Africa), die nur Mastercard als Kreditkarte akzeptiert. Ansonsten ist es unmöglich, irgendwo im Ort oder in der Umgebung mit Kreditkarten zu bezahlen.

Nosy Mangabe, MadagaskarDas Nationalpark von Masoala ist 230.000 ha groß und besteht bereits seit 1927. Der Nationalpark beheimatet die größte Anzahl noch unklassifizierter Arten in Madagaskar. In Maroantsetra gibt es einige Hotels und Bungalow-Anlagen wie das Relais de Masoala, das auch Ausflüge in den Nationalpark organisiert. Mehrere Agenturen in Maroantsetra bieten ebenfalls Touren in den Park an. Einige Camps wie die Tampolo Lodge und Arollodge bieten Übernachtungsmöglichkeien mitten im Masoala Naturpark. Die wichtgsten Forschungszentren des Parks befinden sich in Andranobe und in Tampolo an der Westküste der Halbinsel von Masoala.

nach obenDie Insel Sainte Marie (nosy boraha)

Vor dem nördlichen Abschnitt der Ostküste Madagaskars liegt die 60 km lange (!) aber an er breitesten Stelle nur 5 km breite Ste. MarieInsel Ste. Marie (madagassisch: nosy boraha), eine verschlafene tropische Trauminsel mit hoher touristischer Attraktivität und zahlreichen Hotels.

Portugiesische Seefahrer, die die Insel im 16. Jahrhundert entdeckten, gaben der Insel den Namen Ste. Marie, nach dem Tag ihrer Entdeckung. Im siebzehnten Jahrhundert war die Insel Stützpunkt von Piraten wie Thomas Tew, David Williams und Thomas White, die von hier aus ihre Raubzüge in den Indischen Ozean vorbereiteten und gute Beziehungen zu den Einheimischen unterhielten. Der berühmte Abenteurer La Bigorne heiratete Betia, die Tochter des lokalen Königsund überließ später die kleine Insel den Franzosen, die hier ab 1750 herrschten. Erst 1960 mit der Unabhängigkeit Madagaskars ging die Insel an den Staat Madagaskar über.

Nosy Boraha StrandDie Hauptstadt der kleinen Insel ist Ambodifotatra an der Westseite. Ein Dutzend Hotels verteilt sich vorzugsweise an der Westküste und einige wenige an der Ostküste der insgesamt nur dünn besiedelten, paradiesischen Insel, die einen eigenen, winzigen, aber internationalen Flughafen hat. Besondere Attraktionen sind der Piratenfriedhof von Ampanihy und die Tauchgründe in den Korallenriffen. Auch für ausgedehnte Wanderungen ist die Insel gut geeignet.

Die größte Attraktion ist allerdings die alljährliche Ansammlung von Buckelwalen (megaptera novaeangliae), die hier von Juni bis Juli im warmen seichten Wasser zwischen der Insel Sainte Marie und dem madagassischen Festland ihre Kinder gebären und großziehen.

Zu erreichen ist die Insel Ste. Marie auf dem "Landweg" mit Taxi-Brousse von Tamatave aus und einer Fähre, die von Soanierana nach Ste. Marie übersetzt, oder auf dem Luftweg mit mehreren Flügen wöchentlich von Antananarivo aus.

Hotels gibt es auf Nosy Boraha in allen Preisklassen. Je weiter man sich vom im Süden der kleinen Insel gelegenen Flughafen entfernt, desto abgeschiedener verbringt man seinen Aufenthalt auf Ste. Marie. Luxus findet man in der Masoandro Lodge (www.masoandro.com), dem Soanambo-Hotel oder in der Princesse Bora Lodge. (Hotel-Empfehlungen und Reisetipps in deutscher Sprache auf der Seite des Tourismusbüros von Ste. Marie: –› www.hsm.mg)

 

 

nach obenDer Pangalanes-Kanal an der Ostküste

Wasserhyazinthen am Pangalanes-KanalIn der Hafenstadt Tamatave beginnt der 665 km lange Pangalanes-Kanal (madagassisch: pangalana oder auch ampangalana), der sich in Richtung Süden in Küstennähe an der Ostküste entlangzieht bis hinunter nach Farafangana; beschiffbar ist er aktuell allerdings nur auf einer Länge von etwa 430 km von Tamatave bis Mananjary, wobei auch hier gelegentlich Störungen des Schiffsverkehrs durch wildwuchernde Wasserhyazinthen auftreten können, die die Durchfahrt behindern (immer eine Zeitreserve einplanen!). Gespeist wird der Süßwasserkanal, der durch das Verbinden einer Kette von natürlichen küstennahen Seen enstanden ist, von unzähligen Flüssen, die von den östlichen Bergketten herabfließen.

Pangalanes KanalZu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Kanal von 5000 Arbeitern durch die französischen Kolonialherren erbaut, um den Warentransport entlang der oft stürmischen Ostküste zu vereinfachen. Auch heute noch wird der Pangalanes von zahlreichen kleinen Booten für den Waren- und Personentransport genutzt. Wegen der teilweise geringen Tiefe ist der Pangalanes allerdings für größere Boote auf weiten Strecken nicht schiffbar.

Pngalanes KanalFür den Tourismus sehr gut erschlossen mit Hotels, Naturparks und täglichen Zubringerdiensten ist der nördliche Abschnitt des Pangalanes-Kanals auf einem Abschnitt von 50 bis 80 km südlich von Toamasina bis hinunter nach Manambato. Mehrere Bootsgesellschaften bieten Ausflüge und Transfers in den Pangalanes-Kanal an. Startpunkt ist der Flusshafen (port fluviale) Manangareza im Süden von Tamatave, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Fahrpläne sind in den örtlichen Reisebüros erhältlich. Mehrere Agenturen bieten einen Zubringerservice zu den Hotels mit Schnellbooten oder auch mehrtägige Fahrten auf dem Kanal mit einer Barke an:

  • Soft Line, 25 Bd Joffre, Tamatave - Tél/Fax : 53 329 75; unterhält auch ein größeres Passagierboot mit Kabinen;
  • La Compagnie du Canal verkehrt täglich mit einem Schnellboot und verbindet die touristischen Ziele in Manambato und Ankanin'ny Nofy mit Toamasina (Tel.: +261 24 26502 oder Mobile 032 0488709)

Eisenbahnbrücke am Pangalanes-Kanal im Osten von MadagaskarEine Schmalspur-Eisenbahnlinie hat bis in die neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts die wichtigsten Orte des nördlichen Pangalanes-Kanals über eine Strecke auf der Landzunge zwischen dem indischen Ozean und den Seen des Panagalanes-Kanals mit Tamatave und mit der Hauptstadt Antananarivo verbunden. Dann wurde das Streckennetz wegen Sturmschäden baufällig und konnte nicht mehr für den Personentransport genutzt werden. Zur Zeit wird das Eisenbahnnetz rehabilitiert und soll in den nächsten Jahren (2007?) wieder in Betrieb genommen werden, zumindest für den Warentransport. Die Stationen am Pangalanes-Kanal auf der Strecke zwischen Brickaville und Tamatave sind Ambila-Lemaitso, Ampanotoamaizina, Andronakoditra, Tampina und Ankarefo.

Pangalanes Kanal im Osten von Madagaskar

Am Ampitabe-See etwa 50 km südlich von Tamatave liegt der Ort Akanin'Ny Nofy ("das Nest der Träume"). Im privaten Naturpark Le Palmarium auf einer Halbinsel am westlichen Seeufer findet man einen Palmengarten mit 100.000 in Madagaskar heimischen Palmen wie Dypsis, Ravenea, Orania, Voanioala und Lemurophoenix. Ein Dutzend Arten von Lemuren können ebenfalls in dem privaten Schutzgebiet beobachtet werden (Indri Indri, Varecia variegata, Propithecus, Aye Aye etc.). Der Eintritt beträgt etwa 5 Euro zuzüglich Trinkgeld für Führer.

Ankanin'ny Nofy NestfarnDrei kleine Bungalow-Anlagen am Ampitabe-See bieten alle Annehmlichkeiten für einen erholsamen und ruhigen Aufenthalt, fernab von jeder größeren Ansiedlung oder Straßenanbindung:

  • das Hotel Ankanin'ny Nofy, auch als "Deutsches Gasthaus" bezeichnet, bietet das beste Preis-/Leistungsverhältnis und ist auch für lange Aufenthalte und Familien gut geeignet. Besonders gelungen ist das runde Zentralgebäude, das als Kuppelbau errichtet wurde. Der deutsche Besitzer wohnt selber vor Ort.
  • Das Hotel Bush-House gehört zum madagassischen Tourismus-Unternehmen Boogie-Pilgrim und bietet korrekte Dienstleistungen und eine gute Küche zu allerdings recht hohen Preisen.
  • Das Pangalanes-Hotel liegt in einem paradisischen Garten mit einem eigenen Krokodil-Gehege.

Ambila Lemaitso ist eine Badeort am Rasoabe-See etwa 80 km südlich von Tamatave. Der Ort Manambato am Ufer des Sees ist auch von Brickaville aus gut zu erreichen. Der See bietet weiße Sandstrände in einer ausufernden Natur. Ausflugsmöglichkeiten zum Ufer des Indischen Ozeans nach Andevoranto.

Farafanganana am Pangalanes Kanal (historische Aufnahme)Weiter südlich beginnt der "wilde" Abschnitt des Kanals, mit kleinen Fischerdörfern und ohne touristische Infrastruktur. Vatomandry (schlafende Felsen) ist ein Dorf aus dem 18. Jahrhundert am Ufer des Flusses Sandramanongy und war in der Vergangenheit ein bedeutender Handelshafen.

Nosy Varika (Insel der Lemuren) war früher von dichtem Regenwald bedeckt. In der Nähe der Ortschaft liegt der See Alanampotsy (8 Km), die Wasserfälle von Sakaleona (107 Km). Die Wasserfälle von Sakaleona sind die spektakulärsten von ganz Madagaskar mit einer Höhe von 200 m, bedingen aber eine mehrtägige Expedition mit Übernachtungen in Zelten.

Mananjary ist ein kleines lokales Handelszentrum. Berühmt ist die Gegend bis hinunter nach Manakara für den Brauch des Sambatra (was auf madagassisch "Glück" bedeutet), ein Beschneidungsfest, das alle sieben Jahre als Massenbeschneidung der Jungen gefeiert wird und drei Monate dauert. Die eigentliche Beschneidung beginnt etwa 15 Tage nach Beginn der Feierlichkeiten.

Mananjary und Manakara können ebenfalls als Ausgangspunkt für Fahrten auf dem südlichen Pangalanes-Kanal genutzt werden. Beide Orte sind über gute Straßen über Fianarantsoa mit dem südlichen Hochland und mit der Hauptstadt Antananarivo verbunden, liegen aber abseits der ausgetretenen touristischen Pfade.

nach obenDie ethnischen Gruppen im Osten der Insel

Die Südostküste wird eng gedrängt von verschiedenen Volkgruppen, meist arabischen Ursprungs bewohnt. Die ethnische Gruppe, die den nördlichen Osten der Insel dominiert, ist die der Betsimisaraka, daran anschließend südlich die Antambahoaka, die Antaimoro, Antaifasy und Antaisaka.

Die Betsimisaraka "die vielen, die sich nie trennen" sind ein großer Volksstamm von Waldbauern an der Ostküste in einem Gebiet von Sambava im Norden bis Mananjary im Süden. Der Stamm der Betsimisaraka entstand 1720 aus einem Zusammenschluss mehrerer kleiner Stämme. Es war der Pirat Thomas White (madagassischer Name: Ratsimilaho), der diesen Zusammenschluss anstiftete, um Fenoarivo einzunehmen. Die AntsampananaBetsimisaraka kultivieren heute vor allem Nelken, Café und Zuckerrohr.

Die Antaimoro "die von der Küste" sind ein kleiner Stamm an der Ostküste in der Gegend von Manakara zwischen Namorona und Manampatra. Sie sind arabischer Abstammung und islamischen Glaubens. Die Antaimoro besaßen von jeher eine eigene Schrift (sorabe) und sind berühmt für ihr Papier aus Bambusfasern, das oft mit Blütenbättern verziert ist. Die Königsgräber der Antaimoro können noch heute im Dorf Ivato bei Vohipeno besichtigt werden.

Die Antaifasy "die im Sand leben" sind ein kleiner Volksstamm an der Südostküste in der Gegend von Farafangana. Sie sind arabischer Abstammung und leben nach strengen Fadys (rituelle Verbote).

Die Antambahoaka "die von Rabevahoaka abstammen" sind ein kleiner Stamm arabischer Abstammung an der Ostküste in der Nähe von Mananjary, vorwiegend islamischen Glaubens. Die Überlieferung besagt, dass sie von von Rabevahoaka abstammen, einem Araber, der im 14. Jahrhundert nach Madagaskar gekommen ist. Bai Ambohitsara gibt es einen Steinelefanten, der aus Mekka stammen soll.

Die Antaisaka "die aus dem Tal" sind kleiner Stamm in der Gegend von Vangaindrano mit einem besonders aufwendigen Totenkult. Die eigene Arbeitskraft gegen Geld zu verkaufen, ist bei den Antaisaka strengstens untersagt. Sie arbeiten nur auf ihren eigenen Feldern zum Eigenbedarf.

nach obenNaturschutzgebiete im Osten Madagaskars

Ambatovaky: Naturreservat Ambatovaky •  60.050 ha großes Reservat im Osten ca. 100km nördlich von Tamatave; zugänglich nur über den Fluss Marimboana nach 2 Stunden Kanufahrt von Soanierana Ivongo aus; Lemuren, Chamäleone, Frösche, Wasserfälle; Hotels in Soanierana Ivongo;

Analamazaotra: Naturreservat Perinet in Analamazaotra •  810 ha Reservat in der Nähe der Ortschaft Andasibe etwa auf halber Strecke an der Straße von Antananarivo nach Tamatave, Attraktion ist der größte Lemur, der Indri-Indri, viele Pflanzen; grenzt unmittelbar an das Gebiet von Mantadia (weitere Informationen zum Schutzgebiet von Analamazaotra)

Betampona: Naturreservat Betampona •  40 km nördlich von Tamatave auf 275 bis 500 m Höhe; 2228 ha; Primärwald, Lemuren, Orchideen

Ivoloina: Zooähnlicher Naturpark Ivoloina wenige Kilometer nördlich von Tamatave am Fluss Ivoloina; künstlicher See; Chamäleone, Lemuren, Schlangen, Vögel

Mananara-Nord: Nationalpark Mananara-Nord •  140.000 ha großer Nationalpark 80 km nördlich von Tamatave an der Ostküste; Lemuren, Fische, Meeresschildkröten, Wale,

Mandraka : Privatpark in der Nähe von Mandraka •  Privatpark in der Nähe von Mandraka an Straße von Antananarivo nach Andasibe; beinhaltet des Sammlung Pereiras; Chamäleone, Fledermäuse, Insekten , Schlangen, Tenreks, Vögel

Mangerivola: Naturreservat Mangerivola •  11.900 ha großes Reservat südwestlich von Tamatave,

Manombo: Naturreservat Manombo •  5.080 ha südöstlich von Fianarantso an der Ostküste

Mantadia Perinet: Nationalpark Mantadia Perinet in Andasibe •  15.500 ha großer Nationalpark dient insbesondere dem Schutz des größten madagassischen Lemuren, dem Indri Indri (weitere Informationen zu den Schutzgebieten von Andasibe)

Palminarium: Naturpark Palminarium •  am Pangalanes gelegenes parkähnliches Gebiet; nur mit dem Boot erreichbar von Manambato oder von Tamatave aus; Hotel auf dem Gelände; 5 Lemurenarten, darunter der seltene Indri Indri leben auf dem Gelände mit einem großen Palmengarten;

Tampolo: Privatpark Tampolo •  Privatpark in der Nähe von Mandraka an Straße von Antananarivo nach Andasibe

Zahamena: Nationalpark Zahamena •  64.000 ha großes zweigeteiltes Schutzgebiet mit Nationalpark und Naturreservat; Vogelarten und Lemuren; 50 km nordöstlich von Tamatave; nur schwer zugängliches Schutzgebiet; Hotels in Ambatondrazaka und Vavatenina

Weitere Informationen: Reiesetipps - Natur - Pflanzen - Tiere - Naturschutzgebiete

Quicklinks: Aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes - Madagassische Botschaft in Berlin
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