Der Rova von Antananarivo
Der Rova ist das Palastareal der Hauptstadt von Madagaskar. Die historischen Gebäude des Rova von Antananarivo entstanden zwischen 1610 und 1880 in der folgenden Reihenfolge: Besakana, Masoandro, Fitomiandalana, Mahitsielafanjaka, Tranovola, Fasan'ny Mpanjaka, Manjakamiadana, Fidirana, Manampisoa, Fiangonana. Ein großer Teil der Anlage wurde 1995 durch Brandstiftung zerstört. Seit 2001 wird der Wiederaufbau des Rova vorangetrieben. Einige Bauwerke konnten seitdem wiederhergestellt werden.
Das
Wort "rova" steht im Madagassischen für eine
befestigte Anlage oder einen eingezäunten Bereich, wird aber in
der Regel für die Beschreibung eines Königspalastes benutzt.
Der Rova von Antananarivo liegt in einer Höhe von 1462 m
auf der höchsten Erhebung der Hauptstadt, dem Analamanga (“blauer
Wald”) und befindet sich damit fast 200 m über den
Stadtvierteln der Unterstadt.
Der Rova von Antananarivo war bis Ende des 19. Jahrhunderts,
als Madagaskar von den Franzosen besetzt wurde, der Hauptsitz der Könige
von Madagaskar und königliches Machtzentrum der ganzen Insel Madagaskar.
Die Anfänge des Palastareals gehen auf das Jahr 1610 zurück,
als König Andrianjaka hier
den ersten Palast errichtete. Zu dieser Zeit war der Königssitz
von Antananarivo nur einer von mehreren auf Madagaskar. Insbesondere
im Kerngebietdes Merina-Volkes rund um Antananarivo hatten sich zahlreiche
Königreiche auf den 12 heiligen Hügeln gebildet.
Nach und nach wurden die anderen Königreiche von den Herrschern
von Antananarivo unterworfen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts hatten
die Könige von Antananarivo schließlich ihren Machtbereich
auf die ganze Insel Madagaskar ausgedehnt.
Das
Gelände des Rova von Antananarivo (Zustand 1995) bestand aus sechs
Palastbauten unterschiedlicher Epochen, den Königsgräbern
und einer evangelischen Kirche. Die historischen Gebäude entstanden
zwischen 1610 und 1896, wobei immer wieder ältere Konstruktionen
den neuen und größeren Palästen weichen mussten. Die
Fläche des Areals nahm über die Jahrhunderte ständig
zu und umfasste schließlich 13.000 m².
Jeder König, der hier regierte, errichtete sein eigenes lapa, seinen eigenen Palast, bzw. Wohnhäuser für sich und seine engste Familie. In den ersten zweihundert Jahren gehörte auch ein Gehege für die Rinder des Königs mit zum Palastareal. Nur wenige Gebäude blieben über die Jahrhunderte hinweg erhalten. Im Mittelpunkt des Areals lagen bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert die Gräber der bereits verstorbenen Könige, die in einer Linie angeordnet wurden (Fitomiandalana = "sieben Gräber in einer Reihe"), um die Kontinuität des Herrschaftssitzes zu dokumentieren.
Aber nicht jedes Holz war in der Vergangenheit als Baumaterial
erlaubt. Viele Baumsorten waren verboten, da sie im Ruf standen zum
frühzeitigen Tod zu führen, bzw. Blitzschlag anzuziehen.
Das sehr haltbare hazomena (khaya
madagascariensis) wurde für das Errichten der tragenden
Säulen verwendet, ambora (tambourissa
thouvenitii) für Fenster- und Türrahmen. Die Dächer
der ersten Paläste waren noch mit Stroh (herana)
gedeckt, später wurden auch Dachziegel aus Holz oder Schiefer
verwendet.
Die
Bauarbeiten wurden bis Ende des neunzehnten Jahrhunderts von den freien
Bürgern (hova), inklusive Frauen und Kindern als Frondienst
(madagassisch: fanompoana) verrichtet. Die Fronarbeiter mußten
nicht nur kostenlos arbeiten, sondern darüber hinaus auch oft über
lange Zeit für ihr eigenes leibliches Wohl sorgen, was dazu führte,
dass nicht wenige durch die Strapazen umkamen. Die zahlreichen Sklaven
waren übrigens vom Frondienst ausgenommen.
Der Zugang zum Gelände des Rova, das auf einem nach zwei Seiten steil abfallenden Bergrücken liegt, erfolgte seit jeher über einen im Norden gelegenen Eingang (fidirana). 1855 wurde hier ein steinernes Tor errichtet, mit dem königlichen Falken als Wahrzeichen.
Durch dieses Tor gelangt man zum kianja, dem öffentlichen
Platz vor dem Rova, auf dem Audienzen und Gerichtsverhandlungen abgehalten
wurden. Wahrzeichen eines Kianja war der vatomasina (aufrecht
stehender Opferstein).
Die Ausrichtung der Gebäude erfolgte gemäß den traditionellen Überlieferungen entlang einer ungefähren Nord-Südachse, wobei sich die Eingänge und Fenster der älteren Gebäude wie es die Tradition vorsah, zunächst immer nur auf der Westseite der Häuser befanden, die Gebäude, die im 19. Jahrhundert entstanden, wurden dann zu allen Seiten geöffnet.
Nach
der französischen Besetzung Madagaskars und der Ausweisung von
Königin Ranavalona III nach Algerien im Jahre 1896 bauten die
Franzosen den Palast nach dem Vorbild des Pariser Louvre zu einem Museum
um. Das kulturelle Erbe Madagaskars war hier in Form von representativen
Schaustücken ausgestellt.
Am 6. November 1995 brannte der Rova durch Brandstiftung fast vollständig ab. In den Flammen verschwanden nicht nur die Gebäude und Kunstgegenstände aus den Museen des Rova sondern auch die wichtigsten Dokumente der Kulturgeschichte und fast das ganze historisch-kulturelle Erbe Madagaskars. Zwar wird mit Hilfe der Unesco der Wiederaufbau seit 1996 vorangetrieben, aber ein großer Teil der Kunstschätze, die der Rova beherbergte, bleiben für immer unwiderruflich verloren. Was gerettet werden konnte, wird zur Zeit im nur 200 m vom Rova entfernten Palast des Premierministers ausgestellt.
Wiederaufbau des Rova von
Antananarivo
Nach
dem verheerenden Feuer, das 1995 fast alle Gebäude des Rova vollständig
zerstörte, konzentrierten sich die Wiederaufbauarbeiten zunächst
auf den Erhalt und die Restaurierung der wenigen steinernen Monumente,
also insbesondere der Königsgräber, des nördlichen Eingangstores,
der steinernen Ummauerung des zentralen Palastes, sowie der evangelischen
Palastkirche.
Im Jahre 2001 wurde der Wiederaufbau des ersten hölzernen
Palastes begonnen, des Mahitsielafanjaka. Die Rekonstruktion
erfolgte nach den Originalplänen und mit Original-Materialien,
wobei insbesondere die vewendeten Holzsorten und die rituellen Ausschmückungen
eine wichtige Rolle spielten. Weiterhin
wurden inzwischen ebenfalls die hölzernen Überbauungen der
Gräber der Königinnen und Könige fertiggestellt.
Auch die Arbeiten an der Palastkirche sind inzwischen abgeschlossen. In mühevoller Kleinarbeit wurden die durch das Feuer stark geschädigten hölzernen Altarteile und der Sitzplatz der Königin rekonstruiert.
Seit 2006 konzentrieren sich die Wiederaufbauarbeiten auf den zentralen Palastbau, der sich mittlerweile in eine Großbaustelle verwandelt hat.
Die
historischen Gebäude des Rova von Antananarivo
Das Palastareal des Rova von Antananarivo wurde in den
letzten 400 Jahren immer wieder erweitert und verändert. Die Grabstätten
der Könige wurden als heilige Stätten verehrt, um schließlich
von den französischen Besatzern zerstört, und 100 m weiter
wieder aufgebaut zu werden.
In seinem Zustand vor dem Brand von 1995 war der Rova ein Museum. Die letzte Königin die hier lebte, hatte das Areal bereits genau 100 Jahre früher verlassen müssen.
Manjakamiadana
Der Manjakamiadana ("da, wo es sich gut regieren lässt") ist der große zentrale Palastbau des Rova von Antananarivo. Erbaut von Königin Ranavalona I war er lange Zeit, auch noch weit bis in das 20. Jahrhundert hinein, mit 70 m Höhe das größte und höchste Gebäude der Insel.
Die Bauarbeiten des hölzernen Kernpalastes begannen im April 1838 unter der Leitung von Jean Laborde und dauerten bis Dezember 1839. Das Dach war usprünglich mit Stroh gedeckt, später wurde Schiefer verwendet.
Die
Österreicherin Ida Pfeiffer,
die als Weltenbummlerin im Mai 1857 (!) Madagaskar bereiste, berichtet
in ihrem Buch "Verschwörung
im Regenwald" vom Rova: Der
königliche Palast ist ein sehr großes hölzernes Gebäude
aus einem Erdgeschoß und zwei Stockwerken mit einer ungewöhnlich
hohen Bedachung versehen. Die Stockwerke sind mit breiten Galerien
versehen. Rings um das Gebäude erheben sich 80 Fuß (26 m)
hohe Säulen die das Dach tragen. (...) Alle diese Säulen
mussten aus bis 60 Meilen entfernten Wäldern herbeigeschafft werden.
Da die Wege ungebahnt und teilweise ungangbar waren, muss man den Bau
dieses Palastes zu den Wundern der Welt zählen. (...) Wie
man mir sagte, sind während des Baus 15.000 Menschen der schweren
Arbeit und dem Mangel an Lebensmitteln erlegen.
Diese
Beschreibung von Ida Pfeiffer ist eines der wenigen Dokumente der Zeitgeschichte,
das aus dem zur damaligen Zeit politisch fast vollkommen isolierten
Madagaskar gelangte. Insbesondere beeindruckte sie die Größe
des dreigeschossigen Gebäudes, dessen tragende Konstruktion komplett
aus Holz bestand mit einer zentralen Säule aus dem Stamm eines
Palisanderbaumes von 39 m Höhe. Allerdings durfte Ida Pfeiffer
das Gebäude nicht betreten. Deswegen sah sie nie die drei großen
Säle von jeweils 360 m² Grundfläche.
Buchtipp: "Verschwörung im Regenwald" von
Ida Pfeiffer |
| Ida Pfeiffer bereiste 1857 Madagaskar und begegnete der Königin. Sie wurde in eine Verschwörung gegen sie verwickelt und musste schließlich ausreisen. |
Die hölzerne Konstruktion begann im Laufe der Zeit zu degradieren. 1869, während der Regierungszeit von Königin Rasoherina, wurde der Beschluss gefasst, den hölzernen Zentralbau mit einer steinernen Schutzmauer zu umgeben. Unter der Leitung von James Cameron begann man die dazu notwendigen 65.000 Steinblöcke zu sammeln. Die Bauarbeiten wurden 1875 beendet. Diese steinerne Einfassung ist das einzige, was nach dem Feuer von 1995 vom Manjakamiadana übrig blieb.
Fußnote:
Die beiden Europäer Laborde und James Cameron waren
mehr zufällig am Bau des Rova beteiligt. Der Franzose Jean Laborde
(1805 - 1878) hatte Schiffbruch auf einer Reise von Indien zurück
nach England erlitten und war in Madagaskar gestrandet. Als genialer
Ingenieur wurde er bald in die Dienste der Königin aufgenommen,
zunächst als Waffenschmied, später als Architekt, und war
lange Zeit der einzige Europäer, der auf der Insel, der von Ranavalona
I toleriert wurde, dann das Land doch verlassen musste, schließlich
wieder als französischer Konsul zurückzukehren. Der Schotte James
Cameron (1800 - 1875) kam bereits 1826 mit einer Gruppe Missionare
nach Madagaskar, musste das Land dann aber 1835 wieder verlassen, da
die Missionierungstätigkeit von Ranavalona I untersagt wurde.
Unter Rasoherina kehrte er wieder in das Land zurück und wurde
für den Palastbau, bzw. die Errichtung der gewaltigen steinernen
Ummauerung des Manjakamiadana engagiert.
Das Feuer von 1995 zerstörte den hölzernen Zentralbau mit dem Musem des Rova vollständig. Die steinerne Umbauung konnte erhalten werden und erhebt sich heute wie ein Mahnmal über die Stadt von Antnanarivo.
Fidirana
(Nordportal)
Das
steinerne nördliche Eingangsportal Fidirana mit dem königlichen
Falken (voromahery) als Wahrzeichen der Merina-Herrscher wurde
1855 errichtet.
Das nördliche Hauptportal wurde 1855 von Ranavalona I errichtet. 1995 wurde es teilweise beschädigt und ist seit 2002 wieder restauriert. Flankiert wird der Eingang von zwei Kanonen aus der königlichen Kanonengießerei, die sich 50 km östlich von Antananarivo am Ufer des Mantasoa-Sees befand. Die Kanonen tragen des königliche Siegel RM der Königin Ranavalona (Ranavalona Mpanjaka). Der Eingang ist mit dem königlichen Adler geschmückt.
Fußnote: Mantasoa, ein Ort etwa 50 km östlich von Anananarivo am Mantasoa-See gelegen, war der erste regelrechte Industriestandort Madagaskars und wurde von Jean Laborde begründet und geleitet. Noch heute kann man dort die inzwischen stillgelegten Hochöfen, die zum Gießen von Kanonen und anderen Werkzeugen benutzt wurden, besichtigen.
Fiangonana
(evangelische Kirche)
Die
evangelische Palastkirche Fiangona wurde nach elfjähriger
Bautätigkeit 1880 eingeweiht. Der englische Missionar William
Pool leitete die Bauarbeiten. Der Platz, an dem die Kirche errichtet
wurde, befindet sich auf dem Areal des Rova südlich des Besakana.
Zur Errichtung Bauwerkes waren 35.000 Steine notwendig. Der Versammlungsraum
der Kirche hat eine Länge von 18,5 m und Breite von 12,9 m und
ist für 450 Gläubige ausgelegt. Die äußeren Abmessungen
sind 14 m x 31 m. Der Glockenturm befindet sich seitlich neben dem
Hauptschiff, und hat eine Höhe von 33 m.
Die Evangelische Kirche wurde 1869 von Königin Ranavalona II errichtet, nachdem sie selber und der gesamte Hofstaat zum christlichen Glauben übergetreten war.
Der steinerne Bau wurde während des Feuers 1995 teilweise zerstört. Insbesondere der hölzerne Innenausbau, der Kirchturm und das Dach wurden Opfer der Flammen. Seit 2003 ist die Kirche wieder aufgebaut. Die hölzernen Altarteile und der Ehren-Sitz der Königin wurden in mühevoller Kleinarbeit rekonstruiert.
Tranovola
("Der silberne Palast")
Das Tranovola ("das
silberne Haus") wurde 1818 von madagassischen Baumeistern für
den König Radama I errichtet. Tranovola war
das erste Haus seiner Zeit, das mit hölzernen Dachziegeln gedeckt
war. Nach seiner Fertigstellung wurde das Dach mit Silber überzogen,
woher auch sein Name stammt.
Im Laufe der Jahre wurde der Palast oft modifiziert und schließlich 1995 vollkommen zerstört. Zur Zeit ist kein Wiederaufbau geplant.
Fitomiandalana
("sieben Gräber in einer
Reihe")
Fitomiandalana ("sieben
Gräber in einer Reihe") sind die Gräber der ersten sieben
Könige, die in der Zeit von 1610 bis 1767 regierten und ihrer
engsten Angehörigen: Andrianjaka, Andriantsitakatrandriana, Andriantsimitoviaminandriandehibe, Andriamasinavalona, Andrianjakanavalornandimby, Andriamponimerina, Andrianavalobemihisatra.
Die Anordnung der sieben Gräber in einer Reihe symbolisierte die
ununterbrochene Linie des Königsgeschlechts.
Die Gräber befanden sich usprünglich neben
dem Besakana, wurden aber 1897
in Richtung Nordeingang hinter die später entstandenen Gräber
der Könige und Königinnen verlegt. Bei der Verlegung der
Gräber wurde ein Inventar angelegt. Alleine im Grab von König Andrianjaka wurden
12 Leichname seiner engsten Angehörigen gefunden. Insgesamt wurden 35 Leichname deplatziert. Die
Grabbeigaben, die in den hölzernen Überbauungen (tranomasina)
untergebracht waren, wurden dem damals neu gegründendeten Rova-Museum übergeben.
Bei dieser Aktion wurden auch die Königsgräber von Ambohimanga, wo unter anderem Andrianampoinimerina beigesetzt war, in den Rova von Antananarivo verlegt. Damit waren alle Könige des Rova und ihre Familienangehörigen im Rova von Antananarivo vereinigt.
Die hölzernen Grabbauten wurde durch das Feuer vollständig zerstört. Seit Okt. 2003 sind sie wieder aufgebaut.
Fasan'ny
mpanjaka (Gräber der Königinnen)
Die
beiden Gräber der "Könige und Königinnen"
sind die letzten Grabbauwerke, die auf dem Gelände des Rova errichtet
wurden. Am 27. July 1828 starb König Radama I nach schwerer Krankheit.
Für ihn wurde das rechte (südlichere) der beiden Grabhäuser
(tranomasina) errichtet, in das 1897 auch die Überreste
der Könige Andrianampoinimerina und Radama
II, die in ursprünglich in Ambohimanga beigesetzt
waren, überführt wurden.
Das Grab der Königinnen wurde nach dem Tod von Königin Rasoherina im 1868 von James Cameron errichtet. Resoherina wurde in einer silbernen Piroge beigesetzt und war die erste Königin, die auf dem Gelände des Rova bestattet wurde. Der steinerne Grabkörper wurde mit einem hölzernen Überbau versehen (tranomasina). Diverse Grabbeigaben füllten die Grabkammer. 1897 überführte man auch die sterblichen Überreste der Königinnen Ranavalona I und Ranavalona II, die in Ambohimanga beigesetzt waren, in das Grab von Rasoherina.
Die sterblichen Überreste der letzten Königin Ranavalona III, die 1917 im algerischen Exil starb, wurde 1938 ebenfalls in das Grab der Königinnen überführt.
Seit Oktober 2003 sind die Gräber wieder aufgebaut.
Mahitsielafanjaka
("Der Aufrichtige regiert lange")
Der Mahitsielafanjaka wurde
1796 als Wohnhaus für König Andrianampoinimeriana errichtet.
Wie der Besakana entspricht der Bauplan dem klassischen madagassischen
Plankenhaus. Die Grundfläche des Gebäudes ist 7,15 m mal
6,39 m bei einer Gesamthöhe von 8,10 m, davon alleine 4,73 m
für die Dachkonstruktion. Das Dach war ursprünglich mit herana gedeckt
(cyperus latifolius = Zyperngras).
Zum Mahitsy gelangt man durch das westlich gelegene Ikodoka Portal. Dieses Steintor von 4,60 m Höhe wurde von James Cameron um 1870 errichtet.
Nördlich des Mahitsy befindet sich eine Rampe und eine Treppe, die direkt zur zweiten Ebene des Hauptpalastes Manjakamiadiana führt.
Der Mahitsielafanjaka wurde
1796 vom großen König Andrianampoinimerina errichtet.
Andrianampoinimerina war ursprünglich König von Ambohimanga,
30 km nördlich von Antananarivo, eroberte aber schließlich
den Königssitz von Antananarivo und begann eine Expansionspolitik,
die ihn schließlich zum ersten König von ganz Madagaskar
machte.
1995 wurde der hölzerne Palastbau vollkommen zerstört und ist seit Jan. 2003 wieder aufgebaut.
Das Dach des Palastes, das mit hölzernen Dachziegeln gedeckt ist, wird von drei hölzernen Zentral-Pfeilern getragen. Der Innenraum ist nicht unterteilt. Eine Kochstelle befindet sich hier ebenso wie die Schlafstätte des Königs. Die beiden einzigen Öffnungen des Hauses, die gleichzeitig als Fenster und Türen dienen, liegen traditionell an der Westseite.
Besakana
("der gute Schutz")
Der Besakana ("der
große Breite") war der allererste Palastbau, der 1610 von
König Andrianjaka auf dem Areal des Rova errichtet wurde, nachdem
er die dort ansässigen Vazimba vertrieben hatte. Das Gebäude
lag am südlichen Ende des heutigen Palastbezirkes. Auf der Westseite
befand sich in Sichtweite der beiden Türöffnungen ein Rindergehege
mit den königlichen Rindern.
Die Bauweise folgte den traditionellen Überlieferungen, das heißt, nur natürliche Baumaterialien waren erlaubt. Die gesamte Konstruktion wurde von einer zentralen hölzernen Säule getragen, die den Dachfirst trug, unterstützt von zwei weiteren Säulen an den Enden des Giebels. Die Wände bestanden aus dicken Holzbohlen.
Der Besakana war der erste Palastbau auf dem Gelände des Rova und wurde ursprünglich 1610 von König Andrianjaka erbaut, verfiel aber später und wurde bereits um 1800 durch eine Rekonstruktion ersetzt. Das Feuer von 1995 zerstörte den Bau vollständig. Die Bauarbeiten wurden im Dez. 2003 begonnen.
Manampisoa
("Der Wunderschöne")
Manampisoa
wurde 1863 für die Königin Rasoherina von James
Cameron errichtet. Der Grundriss bildet ein Kreuz mit unlgleich langen
Armen. Das Äußere ähnelt einem englischen Landhaus.
Das Feuer zertörte das Haus 1995 vollständig. Ein Wiederaufbau
ist zur Zeit nicht geplant.
Masoandro
Masoandro, Sonnenhaus, war ebenfalls ein Wohnhaus und wurde während der Geschichte des Rova mehrfach zerstört, bzw. deplatziert und neu errichtet. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Gebäude verschwunden und an der Stelle seiner Grundmauern südlich vom Manampisoa befindet sich heute ein Wasserbecken.
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